Bewegung

Sport: Bei Hitze bleiben Effekte aus

Ist das die perfekte Ausrede, um in der Sommerhitze das Training schleifen zu lassen ? /Bild: Fotolia
Sport: Bei Hitze bleiben Effekte aus
Catharina Kaiser

Sport ist wichtig, doch bei so richtig heißen Temperaturen sollte man das Training lieber etwas lockerer angehen. Denn die hohen Temperaturen können einen eher davon abhalten die gewünschten Resultate zu erzielen, als es leichter zu machen. Jeder der in den letzten Wochen mal ein anstrengendes Workout durchgezogen hat, weiß wie viel Energie das kosten kann und dass dabei auch die Stimmung gern mal etwas in den Keller fällt. Schwindel und Zerstreutheit nach dem Training sind dank der hoher Luftfeuchtigkeit auch keine Seltenheit. Doch Forscher der Universität von Nebraska fanden nun weitere Konsequenzen, die man nicht unterschätzen sollte: So kann Sport bei zu hohen Temperaturen die Muskeln auf einer zellulären Ebene beeinflussen und eine ganze Menge negativer Folgen auf die Leistung haben:

Sport in unterschiedlichen Klimazonen

Diese vorläufigen Ergebnisse sind Teil einer äußerst interessanten Forschung, die aktuell an der UNO School for Health and Kinesiology durchgeführt wird. Im Rahmen dieser untersuchen Forscher, welche Auswirkungen verschiedene Klimazonen auf die Muskulatur während dem Sport haben. Im speziellen soll die Rolle der Mitochondrien untersucht werden. Dabei handelt es sich praktisch um die Power-Erzeuger, die sich in den Zellen befinden. „Denn auch diese können von unterschiedlichen Temperaturen beeinflusst werden“, erklärt Dr. Dustin Slivka, Forschungsleiter und Direktor des Sport- und Physiologie Labors der UNO. Doch warum genau ist das wichtig? Mitochondriale Dysfunktionen spielen eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Fettleibigkeit, Diabetes sowie dem Alterungsprozess. Daher wollen die Forscher nun herausfinden welche Temperatur beim Sport optimal ist, um diese Funktionsstörung und andere potentielle Krankheitsrisiken zu verringern. „Wenn wir die Bedingungen beim Sport weiter optimieren können, dann könnten auch diese Probleme effektiver bekämpft werden“, so Dr. Slivka.

Lieber cool bleiben

Während dem aktuellen Experiment entnahmen die Forscher bei 36 Teilnehmern Muskelgewebsproben aus den Oberschenkeln und zwar vor, unmittelbar nach und weitere 3 Stunden nachdem diese eine Stunde lang auf einem Spinningbike trainiert hatten. Das Workout wurde in einem klimakontrollierten Raum durchgeführt. Die Temperaturen reichten dabei von heißen 32 Grad über angenehme 20 bis hin zu kühlen 6 Grad. Anhand der gesammelten Proben soll erforscht werden, wie das Gewebe auf temperaturbedingte Stimulationen regiert und wie sich dies auf verschiedene Proteine in den Muskelzellen auswirkt. Obwohl die Studie noch einige Zeit laufen wird, ist bereits ein deutlich Ergebnis erkennbar: Studienteilnehmer schnitten beim Sport deutlich besser ab, wenn sie bei kühlen Temperaturen trainierten. Denn die Hitze, die beim Sport von selbst entsteht, reicht aus, um nicht zu frieren und ist gerade angenehm genug um nicht überanstrengt zu sein. „Im Gegensatz dazu schien die Physiologie der Teilnehmer bei Hitze wirklich angestrengt zu sein und die Reaktion des Körpers auf den Sport beinahe auszubleiben“, so Dr. Silvka.

Niedrige Motivation für Sport

Die eher negativen Effekte von Sport bei großer Hitze hängen natürlich auch mit der hohen Luftfeuchtigkeit zusammen, die den Körper schneller überhitzen lassen. Denn der Schweiß verdunstet bei feuchten Umgebungen weniger schnell als bei trockenen Temperaturen. Da das allerdings die effektivste Kühlmethode des Körpers ist, kann die sportliche Anstrengung schnell zu viel werden und die Motivation senken. Allerdings bleibt noch zu untersuchen ob diese die Effekte sich nur auf die Zeit während des Sports beschränken, oder auch dann noch bestehen wenn sich die Muskeln akklimatisieren können. Es wäre möglich dass sie die nützlichen Reaktionen auf Sport anschließend wiederherstellen.

Bis die endgültigen Ergebnisse veröffentlicht werden, sollten die bisherigen aber nicht als Ausrede zum faul sein genommen werden. Auch wenn die Motivation bei der Affenhitze nicht die größte ist, schwitzen würde man ja ohnehin bereits genug, sollte man weiterhin auf ausreichend Bewegung achten. Denn unabhängig von den potenziell negativen Auswirkungen von Sport bei Hitze, hat körperliche Bewegung immer noch eine Menge anderer wichtiger Vorteile.