Gesundheit

Stammzellen-Transplantation: 2. HIV-Patient virenfrei

Dem Patienten wurde Knochenmark mit einer seltenen genetischen Veränderung transplantiert/ Bild: Fotolia
Stammzellen-Transplantation: 2. HIV-Patient virenfrei
Paulin Klärner

Wissenschafter berichteten vergangene Woche in der Fachzeitschrift „Nature“, dass  mittlerweile der 2. Patient weltweit nach einer Stammzellen-Transplantation HI-virenfrei ist. Seit nunmehr fast 19 Monaten zeige er keine Anzeichen des Virus. Dem Mann wurde laut Medienberichten genetisch verändertes Knochenmark eines Spenders transplantiert. Auch der 2. bekannte Patient, US-Bürger Timothy Brown, wurde bereits vor 10 Jahren mit verändertem Knochenmark vom Virus geheilt – der „Berliner Patient“ ist laut Medizinern bis heute virenfrei.

Der Grund für die Heilung?

Die Blutzellen des Spenders hatten laut Wissenschaftern einen seltenen Gendefekt, eine Mutation des sogenannten „CCR5-Rezeptors“, die dazu führt, dass sie nicht vom HI-Virus angegriffen werden können. Bei einer Stammzellentransplantation werden zuerst die eigenen mutierten Blutstammzellen durch Bestrahlung zerstört, danach werden jene durch Spender-Knochenmark ersetzt. Bei etwa der Hälfte tritt hierbei eine „Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion“ auf, das heißt die fremden Spenderzellen greifen das Gewebe des Patienten an. Dieser Angriff kann zu leichten Reaktionen wie auch zu schweren Erkrankungen führen, weshalb mehrere Monate lang Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems verabreicht werden müssen. Das Ziel ist, dass der Körper des Patienten die Stammzellen annimmt.

Keine Heilung für die Masse

Diese aufwendige Form der HIV-Therapie sei jedoch nicht für die Allgemeinheit gedacht, da sie genau genommen eine Krebstherapie sei (wenn eine Chemotherapie nicht wirksam ist) und zu viele Nebenwirkungen auftreten können. Ob der Patient  tatsächlich für immer vom Virus geheilt wurde, wird sich außerdem erst zeigen, betonen die Forscher. Ein weiterer großer Schritt für die Transplantations-Forschung ist aber allemal getan.