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Stillen könnte Herzinfarkt-Risiko senken

Forscher wollen Mütter dazu ermutigen, länger zu stillen !
Stillen könnte Herzinfarkt-Risiko senken
Trixi Kouba

Das Stillen könnte sich nicht nur positiv auf die Gesundheit der Neugeborenen, sondern auch die der Mütter auswirken. Wissenschaftler aus China und Großbritannien werfen mit ihrer neuen Studie den Verdacht auf, dass Stillen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle von Müttern reduzieren könnte. Daraus könnte sich eine Empfehlung ableiten, möglichst lange zu stillen.

Frühere Studien konnten schon Vorteile für die Gesundheit von Müttern durch das Stillen zeigen. Gewichtsverlust, ein niedriger Cholesterinspiegel und Blutdruck sowie Blutzuckerspiegel nach der Schwangerschaft wird mit dem Stillen verbunden. Langfristige Auswirkungen sind momentan noch nicht so klar. Die neue Studie, die im „Journal of the American Heart Association“ publiziert wurde, zeigt: Frauen, die ihre Babys stillten, wiesen ein um 10 Prozent geringeres Risiko für Herzerkrankungen auf als Frauen, die niemals gestillt hatten. Ernährten die Mütter ihre Babys zwei Jahre oder länger über ihre Brust, war das Risiko für Herzkrankheiten sogar um 20 Prozent niedriger. Die Forscher errechneten aus ihren Daten: Jedes weitere halbe Jahr des Stillens war mit einem vierprozentigen Abstieg des Risikos für Herzinfarkte und Schlaganfälle verbunden. Die Forscher analysierten die Daten von rund 289.500 chinesischen Frauen mit einem Durchschnittsalter von 51 Jahren.

Stillen zur Fettverbrennung

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Dabei wurden auch die Risikofaktoren wie Rauchen, hoher Blutdruck, Übergewicht oder Diabetes für Herzkrankheiten eingerechnet. Ob nun wirklich das Stillen für diese Wirkung verantwortlich ist, kann aber nicht mit Genauigkeit gesagt werden. „Obwohl wir nicht genau die Ursache für diesen Effekt nennen können, könnte man es so erklären, dass die gesunden Vorteile für die Mutter vom Stillen mit einem schnelleren „Reset“ des Stoffwechsels der Mutter nach der Schwangerschaft geschehen könnten“, so die Co-Autorin Sanne Peters von der University of Oxford in Großbritannien. Die Schwangerschaft verändere den Stoffwechsel einer Frau drastisch, da sie Fett speichere um die notwendige Energie für das Wachstum des Babys und das Stillen nach der Geburt des Kindes bereitzustellen. Das Stillen könnte das gespeicherte Fett schneller und gründlicher eliminieren.

Gesündere Lebensweise

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Aber auch ein weiterer Grund könnte für den Ausgang dieser Studie möglich sein: Stillende Frauen legen eher ein gesundes Verhalten an den Tag. Damit sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stärker im Gegensatz zu Frauen, die nicht stillen. Wie schon angemerkt, kann die Ursache aber nicht genau nachvollzogen werden, da die Untersuchung auf Beobachtungen basierte. Frauen stillen in China tendenziell länger als in den USA. In der Studie stillten 97 Prozent der Frauen ihre Kinder durchschnittlich bis zu 12 Monate. In den USA machen das nur 30 Prozent. Die Autorin möchte mit ihrer Studie mehr Frauen dazu ermuntern länger zu Stillen – zum Vorteil des Kindes und sich selbst.