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Stillen macht Babys zu Gemüsefans

Für alle Eltern die sich den Kopf darüber zerbrechen, wie sie ihren Kids Gemüse schmackhaft machen können ! /Bild: Fotolia
Stillen macht Babys zu Gemüsefans
Catharina Kaiser

Kleinkinder und Gemüse vertragen sich in etwa so gut wie Hund’ und Katz’, doch der Kampf um den kleinen Happen vom Grünzeugs kann für Eltern tatsächlich leichter werden. Neuesten Studien zufolge hat Stillen neben vielen anderen wichtigen Vorteilen auch den positiven Effekt, dass Kinder später mehr Gemüse essen.

Stillen desensibilisiert Geschmacksnerven

Forscher des Monell Chemical Senses Centers in Philadelphia haben nun eine Antwort auf die wohl meist gestellte Erziehungsfrage gefunden und das elterliche Kopfzerbrechen darüber, wie man Kinder für Gemüse begeistern kann, hat endlich ein Ende. Denn laut Studienergebnissen spielt das Stillen dabei eine ungeahnt wichtige Rolle. Grund dafür ist, dass Babys, sofern sie gestillt wurde, durch die Muttermilch bereits an den Geschmack von Gemüse gewohnt sind. Voraussetzung dafür ist logischerweise, dass die Mütter während der Schwangerschaft viel Gemüse essen. In diesem Fall sind die Geschmacksnerven der Kleinen später nicht ganz so schockiert, wenn die Zunge erstmals mit einem Stück Brokkoli oder Sellerie in Berührung kommt. Beginnen Kinder damit feste Nahrung zu konsumieren, scheinen die Aromen sie erstmals zu überfordern und viel zu stark für die empfindlichen Geschmacksknospen zu sein. Durch das Stillen können sie sich aber ganz langsam an die Geschmacksaromen herantasten. „Jedes Baby hat völlig individuelle Sinneserlebnisse, doch der Geschmack der ersten Nahrung, jene im Uterus, hängt davon ab, was die Mutter konsumiert“, erklärt Dr. Julie Mennella, Studienleiterin und Biopsychologin des Monell Chemical Senses Centers. Die Muttermilch ist demnach so etwas wie die ultimative Präzisionsmedizin. Da sowohl Fruchtwasser als auch Muttermilch den Geschmack je nach Ernährungsweise anpassen, können die Babys das bereits schmecken. Um das genauer zu untersuchen, wurden 97 Frauen gebeten während der Schwangerschaft Rote Beeten-, Sellerie- und Karrottensaft zu trinken. Die möglichen Auswirkungen auf die Essgewohnheiten der Kinder wurden, beginnend mit ihrer Geburt, ebenfalls dokumentiert.

Gemüsesäfte während der Stillzeit

Im Rahmen der Studie wurden die Teilnehmerinnen in fünf Gruppen aufgeteilt: 3 von ihnen tranken eine halbe Tasse Saft bevor sie einen Monat lang stillten. Allerdings begann jede Gruppe zu einem anderen Zeitpunkt mit der Ernährungsumstellung. So fing eine Gruppe erst mit der Saftkur an, nachdem die Kinder bereits 2 Wochen alt waren, eine andere nach 6 und die 3. Gruppe von Müttern erst nach 10 Wochen. Im Vergleich dazu konsumierten Mütter der 4. Gruppe ab dem Zeitpunkt an dem ihre Kinder 2 Wochen alt waren, über drei Monate hinweg täglich eine halbe Tasse Saft. Um die Unterschiede, oder Effekte von Saft auf Stillen genau zu erkennen, verzichtete die 5. Kontrollgruppe völlig auf zusätzliche Gemüsesäfte. Nachdem die Babys 8 Monate als waren und erstmals in Kontakte mit festen Nahrungsmitteln kamen, zeigten sich die Ergebnisse. Auf der Speisekarte fand sich eine Auswahl von einfachem Getreide mit naturbelassenem Geschmack sowie Karotten- oder Brokkoli-aromatisiertes Getreide. Überraschenderweise schienen Babys nach dem Stillen vorwiegend das Karottenaroma dem einfachen Getreide vorzuziehen und vor allem jenem mit Brokkoligeschmack. Dafür war aber nicht nur die Ernährung, sondern darüberhinaus das richtige Timing verantwortlich. Es stellte sich heraus, dass Babys deren Mütter bereits sehr früh mit der Saftkur begonnen hatten, nicht nur Karotten lieber, sondern auch deutlich schneller aßen, als die Kinder der anderen Gruppen.