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Stillen: Muttermilch als Infektionsschutz?

Wer seinem Kind etwas Gutes tun möchte, der sollte es mindestens ein halbes Jahr stillen! /Bild: Fotolia
Stillen: Muttermilch als Infektionsschutz?
Melanie Payerl

Seinen Nachwuchs für eine gewisse Zeit zu stillen ist besonders für das Neugeborene von großer Bedeutung. Wer sein Baby für mindestens 6 Monate stillt, schützt es auf diese Weise vor diversen Infektionen. Unabhängig von Faktoren wie einer guten Gesundheitsversorgung und der mütterlichen Fürsorge kann das Stillen Säuglingen einen regelrechten Immunschub verleihen, so griechische ForscherInnnen. Die WissenschafterInnen gehen dabei von der Zusammensetzung der Muttermilch aus – diese hilft  dabei, Infektionen im Körper des Babys zu bekämpfen. ForscherInnen haben aber auch herausgefunden, dass Stillen in Kombination mit Fläschchennahrung nicht die gleiche Wirkung auf das Immunsystem hat. Experten empfehlen, dass Neugeborene die ersten sechs Lebensmonate ausschließlich gestillt werden sollten

Studienergebnisse:

Stillen

Bei einer Studie wurde der Gesundheitszustand von 926 Säuglingen für rund ein Jahr beobachtet und begleitet. Fast zwei Drittel der Mütter stillte länger als ein Monat, jedoch sank die Zahl nach sechs Monaten auf knapp ein Fünftel. Insgesamt wurden nicht einmal 100 Säuglinge für rund ein halbes Jahr gestillt. In der Folge hatten diese 91 Säuglinge während ihres ersten Lebensjahres deutlich weniger Infektionen, als ihre Altersgenossen, die nur teilweise oder gar nicht gestillt wurden. Zu den häufigsten Infektionen bei Säuglingen zählen Atemwegs- und Ohrinfektionen. Professor Emmanouil Galanakis und sein Team sind davon überzeugt, dass die Zusammensetzung der Muttermilch für das gesteigerte Immunsystem der Neugeborenen verantwortlich ist. Die Muttermilch enthält Antikörper, die von der Mutter an das Baby weitergegeben werden. Neben den Antikörpern enthält die Muttermilch auch andere immunologische und ernährungsphysiologische Faktoren, die dem Säugling dabei helfen, Infektionen abzuwehren. ForscherInnen sind der Meinung, dass Mütter von ÄrztInnen vermehrt darauf hingewiesen werden sollten, wie wichtig das Stillen für ihr Neugeborenes ist. Stillen kann in vielen Fällen Infektionen des Säuglings verhindern, mindestens jedoch die Schwere der Infektionen verringern. Janet Fyle vom „Royal College of Midwives“ geht davon aus, dass diese Untersuchung sehr wichtig ist, um die Wichtigkeit des Stillens Müttern zu verdeutlichen.

Stillen als Krebsprävention

Stillen schützt nicht nur vor Infektionen, sondern kann sogar das Brust- und Darmkrebsrisiko verringern. ForscherInnen fanden heraus, dass in jenen Ländern in denen Säuglinge lange gestillt werden, geringe Brust- und Darmkrebsraten herrschen. In Ländern wie Kanada, Großbritannien oder in den Niederlanden sind die Brust- und Darmkrebszahlen höher als in anderen Ländern, in jenen Ländern werden Babys in der Regel am kürzesten gestillt. Studien zeigten außerdem, dass Stillen nicht nur das Risiko für Neugeborene, sondern auch jenes der Mutter selbst reduziert.