Ernährung

Stress-Esser: Wenn sich Emotionen in Kilos verwandeln

Comfort Food: Viele Menschen versuchen, ihren Frust wegzuessen. /Bild: Fotolia
Stress-Esser: Wenn sich Emotionen in Kilos verwandeln
Trixi Kouba

Greifen Sie unter Stress und bei Ärger zum Seelentröster Schokolade? Oder können Sie unter Anspannung überhaupt nichts hinunterbringen? Viele Menschen essen bei Stress mehr. Die Menge der Menschen, die bei Stress weniger isst, ist interessanterweise genauso groß. Das zeigt eine großangelegte Studie Salzburger Psychologen.

Frustessen wird im medizinischen Fachkreis als emotionales Essen bezeichnet. Um negative Emotionen und Stress zu reduzieren, kommt es zur vermehrten Nahrungsaufnahme. Eine österreichische Arbeitsgruppe rund um den Essstörungsforscher Jens Blechert von der Universität Salzburg untersucht, wie Emotionen das menschliche Essverhalten beeinflussen. Ihre Studie startete 2015 und soll bis 2020 laufen. Dafür wird das Projekt von der EU gefördert. Sie entwickelten einen Fragebogen, der verschiedene negative und positive Emotionen untersucht und sich mit dem „emotionalen Überessen“ und dem „emotionalen Unteressen“ befasst.

Weniger essen bei Ärger und Angst

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Der Projektmitarbeiter Adrian Meule zeigt sich von den bisherigen Ergebnissen teilweise überrascht: „Unsere Ergebnisse zeigen konsistent, dass in etwa gleich viele Menschen berichten, bei Stress weniger zu essen, wie Menschen, die berichten, bei Stress mehr zu essen. Viele berichten natürlich auch, dass sich ihre gegessene Nahrungsmenge durch Stress nicht ändert. Gleiches gilt für das Essen bei Fröhlichkeit. Bei Traurigkeit tendiert die Mehrheit dazu, mehr zu essen. Dass die meisten bei Ärger und Ängstlichkeit weniger essen, könnte mit der körperlichen Erregung zusammenhängen, sie unterdrückt den Appetit.“

Übergewichtige essen unter Stress mehr

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Stress schlägt sich bei jedem Menschen anders auf den Magen. Was aber führt dazu, dass manche Menschen bei Stress und anderen negativen Emotionen zum „emotionalen Überessen“ tendieren und andere zum „emotionalen Unteressen“? Auffallend ist für die Forscher, dass diejenigen, die angeben, in schlechter Stimmung mehr zu essen, meist bereits einen höheren Body Mass Index (BMI) haben. Genau umgekehrt ist es bei positiven Emotionen. In guter Stimmung lassen es sich vor allem die Schlanken gut und ausgiebig schmecken.

Teilnehmerinnen gesucht

Für eine weitere Essensstudie zum Thema Frustessen, Gewichtsprobleme und Essanfälle suchen die Psychologen der Universität Salzburg noch Teilnehmerinnen. Die Studie will herausfinden, wie das Gehirn in bestimmten Situationen auf Nahrungsmittel reagiert. Mitmachen können Frauen zwischen 16 und 50 Jahren mit einem BMI ab 25 kg/m2. Mehr Informationen: www.essforschung.at

Quelle: APA

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