Geburt

Stress während der Schwangerschaft kann spätere Potenz der Söhne beeinflussen

Eine Studie illustriert, wie extrem sich Stress der Mutter während der Schwangerschaft auf den Nachwuchs auswirken kann/ Bild: Fotolia
Stress während der Schwangerschaft kann spätere Potenz der Söhne beeinflussen
Paulin Klärner, BA

Dass sich psychischer Stress während der Schwangerschaft direkt auf den sich entwickelnden Embryo auswirkt, wurde bereits mehrfach von WissenschaftlerInnen bestätigt. So hat etwa eine Langzeitstudie gezeigt, dass Kinder von Müttern, die während der 9 Schwangerschafts-Monate unter starkem Stress litten, später eher übergewichtig wurden. Wie extrem psychisches Unwohlsein und ständige Angespanntheit von schwangeren Mamas das spätere Leben ihrer Kinder beiinflussen kann, bestätigt nun auch eine aktuelle Untersuchung eines Forscherteams um Roger Hart, die im Fachblatt „Human Reproduction“ veröffentlicht wurde.

Stress der Mutter beeinflusst Spermienqualität der Söhne

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Für die Studie wurden von Mai 1989 bis November 1991 2,804 Frauen untersucht und zu ihrem Leben befragt – 20 Jahre später wurde außerdem die Gesundheit ihrer Kinder unter die Lupe genommen. Die Frauen mussten im Rahmen der Befragung angeben, ob sie während der Schwangerschaft extremen Stresssituationen – wie Beziehungsproblemen, dem Tod einer nahestehenden Person, Depressionen, o.Ä. – ausgesetzt waren. Die Ergebnisse sind mehr als interessant: Litten die Mütter in den ersten Schwangerschaftswochen unter extremen Belastungszuständen, wiesen ihre Söhne 20 Jahre später eine geringere Spermienanzahl, sowie eine geringere Testosteron-Konzentration auf.

Die ForscherInnen weisen allerdings in ihrer Conclusio darauf hin, dass andere Faktoren, die die Spermienqualität- und Anzahl beeinflussen könnten (wie Stress oder ein allgemein ungesunder Lebensstil der Söhne) nicht in die Studie miteinbezogen wurden. Trotzdem zeigen die Ergebnisse der Untersuchung einmal mehr, welch zentrale Rolle das Wohlbefinden der Mutter während der Schwangerschaft spielt, wenn es um die spätere Gesundheit des Nachwuchses geht.