Familie

Ältere Menschen brauchen soziale Interaktionen

Soziale Interaktionen verlängern das Leben älterer Menschen um einige Jahre. /Bild: Fotolia
Ältere Menschen brauchen soziale Interaktionen
Catharina Kaiser

Zeit mit den Eltern und Großeltern zu verbringen, ist nicht nur schön, es könnte sogar lebensverändernd sein. Genauer gesagt lebensverlängernd! Zu diesem Ergebnis kam nun eine Studie der University of California. Denn Forschern zufolge würde die Sterblichkeitsrate bei Menschen ab 71 Jahren vor allem durch Einsamkeit erhöht werden. Die Studie untersuchte diese Relation bei 1.600 Teilnehmern mit einem Durchschnittsalter von 71 Jahren. Bei allen stellen sich soziale Kontakte als wichtigste Faktoren für ein langes Leben heraus. Einsamkeit hatte hingegen dramatische Auswirkungen: Knapp 23% der Teilnehmer, welche angaben, sich einsam zu fühlen, starben innerhalb von 6 Jahren nach dem Ende der Studie. Im Gegensatz dazu nur 14% jener, die regelmäßig soziale Interaktionen hatten.

Soziale Interaktionen verlängern das Leben

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„Der Wunsch nach Geborgenheit, oder besser gesagt die Notwendigkeit von Familie und Freunden, die einen wertschätzen und glücklich machen, verschwindet nicht einfach nur weil man älter wird“, erklärt Dr. Barbara Moscowitz, leitende geriatrische Sozialarbeiterin im Massachusetts General Hospital. Im Gegenteil – diese Faktoren werden im Laufe des Lebens noch wichtiger. Im Vergleich zu jüngeren Personen, legen ältere Menschen einen viel größeren Wert auf Beziehungen, weshalb sie selbst „wahnsinnige Chancen“ eher übersehen würden. Eine Fähigkeit, die vor allem bei jüngeren Menschen immer mehr zu verschwinden scheint. „Zudem sind ältere Menschen viel toleranter gegenüber Unvollkommenheiten und Charakterzügen von Freunden – mehr als junge Erwachsene zumindest“, erklärt Rosemary Blieszner, Professorin für menschliche Entwicklung an der Virginia Tech.

Gesellschaft & Geborgenheit

Abgesehen davon, dass Mama und Oma viel öfter eingeladen werden sollten, ist es vor allem auch wichtig, ihre Beziehungen zu Gleichaltrigen zu fördern. Aus diesem Grund neigen ältere Menschen, trotz allgemein herrschender Skepsis, dazu, in unabhängigen oder betreuten Wohngemeinschaften aufzublühen. Denn diese Lebensformen bieten mehr Möglichkeiten, um soziale Interaktionen zu leben und sich mit anderen Menschen auszutauschen. Denn Gesellschaft und Geborgenheit mag für junge Menschen zwar belanglos klingen, doch für ältere Menschen könnte es tatsächlich ein längeres Leben bedeuten.