Gesundheit

Studie: Beeinflussen weibliche Hormone die Wahrnehmung männlicher Attraktivität?

Die Hormone beeinflussen unser gesamtes Wohlbefinden. Das Ergebnis einer kürzlich publizierten Studie liefert überraschenderweise jedoch keine Hinweise auf den Einfluss dieser auf die Wahrnehmung männlicher Attraktivität. /Bild: Fotolia
Studie: Beeinflussen weibliche Hormone die Wahrnehmung männlicher Attraktivität?

Der Zyklus beeinflusst monatlich Wohlbefinden, Stimmung, Gesundheit und allgemeine seelische wie körperliche Verfassung der Frau. Doch wirken sich die hormonellen Veränderungen auch auf die weibliche Wahrnehmung männlicher Attraktivität aus? Und welche Rolle spielt die Pille hierbei? Eine neue Studie kam zum Schluss, dass die Wahrnehmung der männlichen Attraktivität durch Frauen je nach Hormonspiegel im Gegensatz zu einigen früheren Untersuchungen nicht variiere.

Studie hebt sich durch Ausmaß und Umfang von früheren ab

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Die Studie– unter der Leitung von Benedict C. Jones von der University of Glasgow – wertete die Daten von 584 Frauen aus. Die Studienergebnisse wurden im Psychological Science, einer Zeitschrift der Association for Psychological Science, veröffentlicht. Es konnten hierbei „keine Hinweise gefunden werden, dass Veränderungen im Hormonspiegel die Art von Männern beeinflussen, die Frauen attraktiv finden, so der leitende Forscher Benedict C. Jones von der University of Glasgow. Besonders an der durchgeführten Studie ist nach ihm, im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, der Umfang und das Ausmaß dieser.

Gesichter-Beurteilung und Fragen als Studienmethoden

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Die Frauen (die heterosexuell waren), nahmen an wöchentlichen Sitzungen teil, in welchen sie Informationen zu ihrem Beziehungsstatus sowie darüber, ob sie derzeit hormonelle Verhütungsmittel nutzten, preisgaben. Im Rahmen dessen stellten sie ebenso Speichelproben für Hormonanalysen zur Verfügung. Darüber hinaus führten sie eine Aufgabe durch, bei welcher ihre Präferenzen für verschiedene Arten von männlichen Gesichtern gemessen wurden. Bei jeder dieser Aufgaben betrachteten die Teilnehmerinnen 10 Paare männlicher Gesichter und wählten pro Paar jenes aus, das ihnen attraktiver erschien. Die beiden Paargesichter wurden stets digital verändert. Es waren Versionen des gleichen Fotos – ein Gesicht wurde durch feminine, das andere durch maskuline Züge verändert. Zusätzlich wurden die Attraktivitätsurteile mit Fragen vermischt, um spezifischere Resultate zu erlangen.

Hormone als unbedeutende Einflussfaktoren

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Wenig überraschen wurden die maskulinen Gesichter von den Frauen als attraktiver als die femininen bewertet. Die stärker maskulinisierten Gesichter wurden auch attraktiver wahrgenommen, als Frauen die Attraktivität im Rahmen einer kurzfristigen Beziehung im Vergleich zu einer langfristigen Beziehung beurteilten. Keine Hinweise auf Präferenzen zeigten sich jedoch in Bezug auf den Gehalt an fruchtbarkeitsbezogenen Hormonen wie Estradiol und Progesteron. Ebenso zeigte sich im Rahmen der Studie keine Korrelation zwischen der Beurteilung der Attraktivität und dem Gehalt anderer Hormone wie Testosteron und dem Stresshormon Cortisol. Die Ergebnisse widersprechen damit insgesamt der Annahme, „dass der sexuelle Selektionsdruck Frauen dazu veranlasst, männliche Partner zu bevorzugen, die angeblich eine größere genetische „Fitness“ haben, wenn sie am fruchtbarsten sind und am ehesten schwanger werden.“ Ebenso lässt sich aus den Untersuchungen dieser Studie ablesen, dass die Antibabypille die Präferenz von Frauen für männliche Gesichter nicht beeinträchtige.