Gesundheit

Studie bestätigt, dass Armut in der Kindheit Spuren am Erbgut hinterlässt

Laut einer aktuellen Studie, wirkt sich Armut in der Kindheit nachweislich auf das Erbgut von Menschen aus/ Bild: Fotolia
Studie bestätigt, dass Armut in der Kindheit Spuren am Erbgut hinterlässt
Paulin Klärner

Dass sich extreme Armut in der Kindheit auf das spätere Leben auswirkt, klingt logisch. Aus der Psychologie weiß man bereits, wie enorm sich Verhaltensmuster und Gewohnheiten aus frühen Kindheitstagen auf das spätere Verhalten und die Konstitution von Menschen auswirkt. Dass sich solch extreme Bedingungen, wie etwa Armut und die damit verbundenen ständigen Existenzängste aber sogar auf die DNA auswirken können, ist neu. Eine aktuelle Studie eines Forscherteams um Thomas McDade von der Northwestern University zeigt nun, dass Armut nachweislich Spuren am Erbgut von Menschen hinterlässt.

Wie Armut das Erbgut beeinflusst

Im Rahmen der Langzeitstudie wurden 489 TeilnehmerInnen auf den Phillipinen beobachtet und die Muster ihrer epigenetischen Anlagerungen an den Erbgutsträngen analysiert. In der Forschung der „Epigenetik“ beschäftigt man sich damit, wie Lebensumstände zu Veränderungen von Gen-Aktivitäten führen können. So kann etwa auch Stress von Vätern über die Spermien an die nächste Generation weitergegeben werden. Für die Untersuchung wurden Menschen mit sehr schlechten sozioökonomischen Verhältnissen sowie Menschen, die in guten Elternhäusern aufwuchsen untersucht und verglichen, bzw. ihr Erbgut auf jene Anlagerungen von Methylgruppen untersucht.

Die Ergebnisse zeigen eindeutige Unterschiede im Epigenom

Die Forscher fanden ganz 2546 Stellen, an denen sich jene Methylierungen bei den in Armut aufgewachsenen und den im Wohlstand groß gewordenen Menschen unterschied. Aus älteren Studien sei bereits bekannt, dass das Epigenom auch Auswirkungen auf die spätere Gesundheit haben kann.Dieses Muster beleuchtet einen potenziellen Mechanismus, durch den Armut anhaltende Auswirkungen auf physiologische Systeme und Prozesse haben kann“, konkludieren die Forscher. In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler nun heraus finden, wie genau sich diese Unterschiede auf körperliche Prozesse auswirken.

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