Ernährung

Studie bestätigt: Kalorienangaben machen Lebensmittel weniger appetitlich

Kalorienangaben – unbedeutend ob hohe oder geringe – machen Lebensmittel weniger appetitlich, so das Ergebnis einer neuen Studie. /Bild: Fotolia
Studie bestätigt: Kalorienangaben machen Lebensmittel weniger appetitlich

Tröstende Kalorien? Fett- und zuckerreiche Lebensmittel vermögen uns wohl am allerbesten zu trösten, wenn uns Kummer oder Frust plagen. Doch die genauen Kalorienangaben von Lebensmitteln zu sehen, mache diese aus psychologischer Sicht weniger appetitlich, so eine neue am Dartmouth College durchgeführte Studie.

Studiendurchführung mittels Bildern von Lebensmitteln

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Im Rahmen der psychologischen Studie betrachteten 42 Studierende im Alter zwischen 18 und 22 Jahren erst Bilder von Lebensmitteln ohne Kalorienangaben, anschließend Bilder mit Kalorienangaben. Danach wurden die Probanden darum gebeten, ihren Wunsch, die Lebensmittel zu essen, in einem funktionellen Magnetresonanztomographen zu bewerten.

Die für die Studie verwendeten Bilder entstammten zum einen einer Bilderdatenbank, zum anderen wurden auch Bilder beliebter Fast-Food-Restaurant-Seiten herangezogen. Unter den Probanden fanden sich 22 Diätetiker und 20 Nicht-Diätetiker, beide Gruppen sahen sich jedoch die gleichen Bilder an. Auf einer Skala von 1 bis 4 gaben sie die Wahrscheinlichkeit, die Lebensmittel zu essen, an. Beide Gruppen bewerteten kalorienreduzierte Lebensmittel als weniger appetitlich, wobei dies überraschenderweise bei der Diätetiker-Gruppe deutlicher ausgeprägt war.

Veränderte Gehirnaktivitäten

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Daneben wurden vom Forscherteam die Reaktionen in zwei Hirnregionen, welche das Essverhalten motivieren, der Nucleus accumbens (NAcc) und der orbitofrontalen Kortex (OFC) analysiert. Aus ihren Ergebnissen schlossen die Forscher, dass die Betrachtung von Bildern mit Kalorieninformationen Lebensmittel nicht nur weniger appetitlich machte, sondern auch die Art, wie das Gehirn auf die Lebensmittel reagiere, verändern würde. So konnte bei der Betrachtung von Bildern von Lebensmitteln mit Kalorienangaben eine verminderte Aktivierung des Belohnungssystems und eine erhöhte Aktivierung im Steuerungssystem betrachtet werden. Schlussfolgern lässt sich daraus, dass Lebensmittel, welche man ansonsten zu essen neigen würde, weniger appetilich wurden, wenn Angaben zur Kalorien ersichtlich waren. „Um die Menschen zu einer gesünderen Ernährung zu motivieren“, so Senior-Autorin Kristina Rapuanodie, Doktorandin am Institut für Psychologie und Hirnforschung in Dartmouth und derzeit Postdoc am Fundamentals of the Adolescent Brain Lab an der Yale University ist, „bedarf es politischer Veränderungen, welche nicht nur Nährwertinformationen, einschließlich des Kaloriengehalts enthalten, sondern auch eine Komponente der öffentlichen Aufklärung, die den langfristigen Nutzen einer gesunden Ernährung verstärkt“.

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