Familie

Studie bestätigt: Kinder, die zu wenig Liebe erfahren, werden eher asozial

Laut einer aktuellen Studie neigen Kinder, die zu wenig elterliche Liebe erfahren, eher zu asozialem Verhalten./ Bild: Fotolia
Studie bestätigt: Kinder, die zu wenig Liebe erfahren, werden eher asozial
Paulin Klärner

Kinder, die von ihren Eltern nicht genügend Aufmerksamkeit und Liebe erfahren, haben es im Leben schwerer – wie uns soziale Interaktion zuhause vorgelebt wird, beeinflusst unser Sozialverhalten demnach nachhaltig. Eine aktuelle Studie, die im Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry veröffentlicht wurde, bestätigt diese Theorie und zeigt, dass emotional vernachlässigte Kinder eher zu asozialem Verhalten neigen, als Heranwachsende, die von ihren Eltern die Zuneigung bekommen, die sie brauchen.

Unzureichende Zuneigung führt zu asozialem Verhalten

scream

Für die Untersuchung wurden 227 eineiige Zwillingspaare zu ihrer Kindheit im Allgemeinen, sowie zu ihrer Erziehung und Beziehung zu den Eltern im Detail befragt. Die Ergebnisse zeigten, dass jene ProbandInnen, die in ihrer Kindheit zu wenig Liebe erfahren hatten, eher aggressives Verhalten und fehlendes Einfühlungsvermögen an den Tag legten, als jene Zwillinge, denen in jungen Jahren mehr elterliche Liebe zuteil wurde.

Demnach stehen die sogenannten „Callous-unemotional-traits“ („CU-traits„), definiert als Verhaltensprobleme bei Kindergartenkindern, die sich unter anderem durch mangelnde Empathie und hohes Aggressionspotential auszeichnen, im direktem Zusammenhang mit einem Mangel an elterlicher Liebe. Laut Forscher-Team ging man in der Wissenschaft bisher davon aus, dass jene CU-traits hauptsächlich genetisch vererbt werden – die Studie „Parenting Is an Environmental Predictor of Callous-Unemotional Traits and Aggression: A Monozygotic Twin Differences Study“ widerspricht dieser Theorie und betont den Einfluss der Eltern-Kind-Beziehung auf das Verhalten von Heranwachsenden. Kinder, denen zuhause vorgelebt wird, respekt- und liebevoll mit seinen Mitmenschen umzugehen und denen die Aufmerksamkeit und Liebe zuteil wird, die sie brauchen, entwickeln sich demnach auch mit höherer Wahrscheinlichkeit zu sozial kompetenten und ausgeglichenen Menschen. Psychologin und Elternberaterin Dr. Karin Kaiser Rottensteiner meint hierzu: „Ein Kind, das bedingungslos geliebt und angenommen wird, entwickelt Urvertrauen und Selbstwertgefühl – was die Grundvoraussetzung für Selbstliebe- und Akzeptanz ist und es damit einhergehend möglich macht, sich in sein Gegenüber einzufühlen, empathisch zu sein und lieben zu können“.