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Studie bestätigt: Männer lügen mehr als Frauen

Laut einer ausführlichen Metastudie hängt die Tendenz zum Lügen von Geschlecht und Alter ab./ Bild: Fotolia
Studie bestätigt: Männer lügen mehr als Frauen
Paulin Klärner

Von kleinen Notlügen über tagtägliche Flunkereien zum eigenen Vorteil bis hin zu kreativen Lügenkonstrukten – wir Menschen sind nicht unbedingt die ehrlichsten aller Säugetiere. Und wenn es darum geht, welches Geschlecht mehr lügt, haben Männer einen besonders schlechten Ruf. Dies bestätigt nun auch eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPI) und des Technion-Israel Institute of Technology. Im Rahmen ihrer Metaanalyse fassten Forscher 565 Studien aus der Psychologe und den Wirtschaftswissenschaften zusammen und kamen zusammenfassend zum Schluss, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt, wenn es um die Affinität zum Lügen geht.

Pinocchio-Effekt

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Die Untersuchungen umfassten unter anderem Experimente wie das „Münzwurf-Spiel“, bei dem die ProbandInnen selbstständig und unbeobachtet in den Computer eintippen mussten, ob sie Kopf oder Zahl gewürfelt hatten, wobei sie nur bei einer der beiden Möglichkeiten Geld bekamen, bei der anderen leer ausblieben. Andere Studien testeten die Ehrlichkeit durch Eigenangaben der TeilnehmerInnen über die eigenen, in diesem Fall mathematischen, Fertigkeiten. Möchte man wissen, in welchem Ausmaß Menschen geneigt sind, sich unehrlich zu verhalten, muss man unbedingt berücksichtigen, mit welchen experimentellen Situationen und Versuchungen man Menschen konfrontiert. Dies deutet daraufhin, dass Unehrlichkeit nicht einfach nur die Eigenschaft einer Person ist, sondern systematisch mit den Bedingungen der Umwelt zusammenspielt“, erklärt Ralph Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs „Adaptive Rationalität“ am Max-Planck-Institut.

Männer und jüngere Menschen lügen häufiger

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Für die Metastudie wurden die Daten von insgesamt 44.050 ProbandInnen zusammengefasst und analysiert. Philipp Gerlach, Wissenschafter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Erstautor der Studie meint hierzu in einer Aussendung: „Obwohl es zahlreiche Studien gibt, die untersuchen, wer, wann und warum lügt, sind die Ergebnisse nicht eindeutig, teilweise sogar widersprüchlich. Mithilfe der großen Datenmenge aus allen Studien können wir nun zu einigen Faktoren eindeutigere Aussagen treffen“. Die Untersuchung zeigt, dass insgesamt 42 Prozent aller Männer und nur 38 Prozent aller Frauen bei den Experimenten gelogen haben. Außerdem tendieren jüngere Menschen eher dazu, die Unwahrheit zu sagen, während die Wahrscheinlichkeit zu lügen durchschnittlich im Jahr um 0,28 Prozentpunkte sinkt – so liegt sie bei einem 20-Jährigen bei etwa 47 Prozent, bei einem 60-Jährigen nur noch bei 36 Prozent.

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