Gesundheit

Studie: Mehr Todesfälle durch Luftverschmutzung als durch Zigaretten

Feinstaub und Co sind gefährlicher, als viele meinen/ Bild: Fotolia
Studie: Mehr Todesfälle durch Luftverschmutzung als durch Zigaretten
Paulin Klärner

Dass Luftverschmutzung ein enormes Risiko für unsere Gesundheit darstellt, sollte mittlerweile eigentlich jedem Menschen bewusst sein. Trotzdem wird sogar im Jahre 2019 noch darüber diskutiert, ob der Klimawandel (sofern er überhaupt existiert) von Menschenhand verursacht wird. Eine Studie des Forscherteams um Jos Lelieveld, Direktor am Max-Plack-Institut für Chemie und Thomas Münzel, Professor an der Universitätsmedizin Mainz zeigt nun, wie extrem die Auswirkungen von Abgasen auf unsere Gesundheit sind. Laut den Ergebnissen der Untersuchung verkürze Luftverschmutzung das Leben der Europäer um ganze 2 Jahre.

8,8 Millionen Todesopfer pro Jahr

In der viel diskutierten Studie, die im „European Heart Journal“ veröffentlicht wurde, haben die Forscher frühere Untersuchungen, wie etwa die Ergebnisse der weltweiten Gesundheitsstudie „Global Burden of Disease“ herangezogen und mit neuen Berechnungen aktualisiert. Demnach liege die weltweite Sterberate durch Luftverschmutzung mittlerweile bei 8,8 Millionen Menschen pro Jahr. Laut dem Forscherteam sterben demnach alleine in Europa pro Jahr rund 800.000 Menschen an einem vorzeitigen Tod ausgelöst durch Luftverschmutzung. Warum? Mit Feinstaub belastete Luft führe häufig zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Luftverschmutzung laut Forschern gefährlicher als Rauchen

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Die WHO schätzt die Sterberate durch Rauchen (aktiv und passiv) auf 7,2 Millionen Menschen pro Jahr – mit 8,8 Milllionen Menschen liegt die durch das Forscherteam errechnete Sterberate durch Luftverschmutzung demnach um einiges höher. „Luftverschmutzung muss als wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor anerkannt werden, da sie im Körper zusätzliche Schäden durch Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte verursacht (…) Jetzt ist es noch dringlicher geworden, die Belastung durch Feinstaub weiter zu senken und die Grenzwerte anzupassen. Zudem muss Feinstaub als Verursacher von Herzkreislauferkrankungen stärker in den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in den Vordergrund gerückt werden.“, so Münzel in seiner Studie.

Das klare Fazit der Forscher: Erneuerbare Energie! „Wenn wir saubere, erneuerbare Energien einsetzen, erfüllen wir nicht nur die in Paris getroffenen Vereinbarungen zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels (…) Wir können damit auch die von Luftverschmutzung verursachte Sterberate in Europa bis zu 55 Prozent verringern“, so Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie.