Gesundheit

Studie: Bestimmte Gehirnregionen steuern sowohl Schmerzen als auch depressive Stimmungen

Schmerzen und depressive Stimmungen werden von ähnlichen Gehirnregionen gesteuert, bestätigt eine neue Studie. /Bild: Fotolia
Studie: Bestimmte Gehirnregionen steuern sowohl Schmerzen als auch depressive Stimmungen

Depressionen belasten uns nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Die somatischen Beschwerden reichen von Kältegefühl bis hin zu Übelkeit oder ganzkörperlichen Schmerzen. Diese manifestieren sich vor allem im Muskelapparat oder in Form von Kopfschmerzen und können einen chronischen Charakter annehmen. Der Leidensdruck ist für Betroffene besonders hoch. Eine neue Studie, durchgeführt an der University of California bekräftigt nun die Verbindung zwischen dem Schmerzempfinden und Depressionen. Inwiefern lassen sich diese beiden Beschwerden in Korrelation setzen?

Direkte neurologische Verbindungen

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Im Rahmen der Studie gelang es dem Forscherteam, bestimmte Gehirnregionen zu identifizieren, welche die depressiven Stimmungen sowie die Wahrnehmung körperlicher Schmerzen beeinflussen. Nach dem Leiter und Senior-Autor der Studie, Fadel Zeidan, PhD, Assistant Professor of Anästhesiology an der UC San Diego School of Medicine, seien „Hirnregionen, die an der Schmerzlinderung beteiligt waren, auch mit niedrigeren Schmerzen und Depressionen verbunden gewesen.“ Hingegen, so erklärter er, seien „Hirnregionen, die an der Regulierung von Schmerzen beteiligt waren, auch mit zunehmender Depression verbunden gewesen.

Mehrere Gehirnareale beteiligt

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Die Studie umfasste die Untersuchung von 76 ursprünglich gesunden, nicht depressiven und schmerzfreien Personen. Diese erhielten zunächst eine Beurteilung von negativer Stimmung und Depressionen und wurden schließlich einem unangenehmen Wärmereiz ausgesetzt. Währenddessen wurde bei ihnen eine Magnetresonanz durchgeführt. Die Daten konnten ergeben, dass eine bestimmte Region des Gehirns, der präfontale Kortex, welcher unter anderem Funktionen wie Gedächtnis und Verhalten verwaltet, auch die Schmerzwahrnehmung steuert. Auch weitere Gehirnareale waren den Studienergebnissen nach an dieser beteiligt.

Wegweisend für neue Therapiemöglichkeiten

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Die Forscher der Studie fanden heraus, dass jene Teilnehmer mit einer depressiveren Stimmung eine erhöhte Sensibilität für experimentelle Schmerzen aufwiesen. Sie empfanden diese besonders unangenehm. Ebenso ließ sich eine stärkere Aktivierung der beteiligten Gehirnregionen feststellen. Die Studie verdeutlicht zusammenfassend nicht nur den direkten Zusammenhang zwischen Depressionen und Schmerzempfinden. Sie könnte auch ein wichtiger Wegweiser in gezielten und neu entwickelten Therapien von Schmerzen und Depressionen sein.

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