Gesundheit

Studie: Das Risiko, an Demenz zu erkranken ist beeinflussbar

Studien zeigen, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken beeinflussbar ist./ Bild: Fotolia
Studie: Das Risiko, an Demenz zu erkranken ist beeinflussbar
Paulin Klärner

Demenz gehört nach wie vor zu den weitverbreitetsten Erkrankungen im Alter. Weil es noch immer keine Heilung gibt, spielt Prävention in der Forschung eine zentrale Rolle. Die guten Nachrichten: Laut einer aktuellen Studie sinken die Demenz-Neuerkrankungen in westlichen Industrieländern stetig. So schlussfolgern Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig nun, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken, beeinflussbar ist. Die Meta-StudieIs dementia incidence declining in high-income countries? A systematic review and meta-analysis“ wurde im Fachjournal Clinical Epidemiology veröffentlicht. Die absolute Anzahl an Demenzerkrankungen steige laut Wissenschaftlern zwar weiter an, dies liege aber nur an der höheren Lebenserwartung.

Gesunder Lebensstil als Demenz-Prävention

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Im Rahmen der Untersuchung wurden sieben Studien, die Demenzdaten von insgesamt 42.485 Probanden aus den USA, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Japan im Abstand von 10 Jahren untersuchten, analysiert und zusammengefasst. Menschen, die heute 85 Jahre alt sind, erkranken demnach seltener an Demenz als 85-Jährige der vorherigen Generation. Ausschließlich in Japan wurde ein Anstieg an Demenzfällen verzeichnet. Der Rückgang der Neuerkrankungen im Großteil der Industrienationen bestätigt die bereits lange vermutete Annahme, dass man Demenz aktiv vorbeugen kann. Die Forscher führen die Abnahme auf bessere Bildung, einen bewussteren Umgang mit chronischen Erkrankungen und erfolgreichere Behandlungsmöglichkeiten bei Demez-Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-, Diabetes- und Bluthochdruck-Erkrankungen, zurück. Körperliche Betätigung, Nichtrauchen und gesunde Ernährung seien ebenfalls Voraussetzungen einer erfolgreichen Prävention.

Forschung am besten Weg

Um ein besseres Gesamtbild über Demenzerkrankungen, Ursachen und Prävention zu bekommen, müsse allerdings noch weitergeforscht werden. Laut den Studienautoren sei es noch zu früh, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen. Jedoch „zu sehen, dass jeder Einzelne und auch die Gemeinschaft etwas tun kann, ist ein Lichtblick. Deshalb ist es Zeit, mehr über die Prävention von Demenz zu sprechen…“, so Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller, Direktorin des  Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Universität Leipzig.