Gesundheit

Studie: Diese 5 Persönlichkeitstypen neigen zu Schlafstörungen

Laut einer aktuellen Studie gibt es bestimmte Persönlichkeitstypen, die eher zu Schlafstörungen neigen/ Bild: Fotolia
Studie: Diese 5 Persönlichkeitstypen neigen zu Schlafstörungen
Paulin Klärner, BA

In der Forschung geht man schon lange davon aus, dass bestimmte Persönlichkeitstypen eher zu Schlafstörungen neigen als andere. Eine im Fachblatt Lancet Psychiatry veröffentlichte Untersuchung von Tessa Blanken vom Niederländischen Institut für Neurowissenschaften, bestätigt diese Annahme.

Persönlichkeit schuld an Schlafstörungen?

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„Obwohl wir Schlaflosigkeit immer als eine Erkrankung betrachtet haben, stellt sie eigentlich fünf verschiedene Erkrankungen da“ so Blanken. „Die zugrunde liegenden Gehirnmechanismen können sehr unterschiedlich sein“. Schlafstörungen betreffen laut der Wissenschafterin etwa jeden 10. Menschen. Für die Studie wurden zwischen 2010 und 2016 Daten von etwa 2.225 TeilnehmerInnen des Netherlands Sleep Registry gesammelt. Die ProbandInnen wurden angewiesen, Fragebögen zu ihren Persönlichkeitsmerkmalen auszufüllen, die schließlich mit einer Kontrollgruppe ohne jeglichen Schlafprobleme verglichen wurden. Außerdem wurden die Gehirnaktivitäten aller TeilnehmerInnen mit einem Elektroenzephalogramm untersucht.

Fünf verschiedene Persönlichkeitstypen

Die Forscher teilten die TeilnehmerInnen in 5 Subtypen ein: Typ 1 („highly distressed“) ist demnach eher ängstlich, neigt zu Depressionen und ist sehr aktiv, bevor er zu Bett geht. Typ 2 („moderately distressed, reward sensitive“) wird zwar vor dem Schlafengehen auch aktiver, ist im Vergleich zu Typ 1 aber weniger zugänglich für negative Emotionen und eher gestresst vom „schlafen müssen“ an sich. Typ 3 („moderately distressed, reward insensitive“) ist generell eher unzufrieden und pessimistisch. Typ 4 („slightly distressed, high reactivity“) ist zwar im Allgemeinen mit dem Leben zufrieden, reagiert aber sehr sensibel auf bestimmte Vorkommnisse, schläft also beispielsweise in stressigen Lebensphasen (ist schnell gestresst) sehr schlecht; Die Schlafstörungen von Typ 5 („slightly distressed, low reactivity“) lassen sich ebenfalls auf bestimmte Ereignisse zurückführen, sind aber weniger intensiv als bei Typ 4. Typ 5 ist im Gegensatz zu Typ 4 allgemein eher inaktiv und zeigt generell wenig Motivation.

Zusammenfassend bestätigt die Studie, was schon lange vermutet wird: Allgemein depressive und schnell gestresste Menschen neigen eher zu Schlafstörungen. Jene leicht verzweifelnden Persönlichkeitstypen fühlen sich laut Forschern oft nicht geborgen, bzw. sicher und es mangelt ihnen an Gelassenheit, was die Grundvoraussetzung für einen guten Schlaf ist. Die Wissenschafter hoffen, durch die Analyse der verschiedenen Kategorien von Schlaflosigkeit zukünftig bessere, individuellere Therapien entwickeln zu können.