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Studie: Frauen mit PCO Syndrom leiden häufiger an Essstörungen

Frauen mit PCOS sind häufig einem hohen körperlichen wie auch psychischen Leidensdruck ausgesetzt. /Bild: Fotolia
Studie: Frauen mit PCO Syndrom leiden häufiger an Essstörungen

Das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS, ist eine sehr häufig vorkommende hormonelle Störung, von der viele Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter betroffen sind. Eine australische Kohortenstudie, veröffentlicht im Journal Fertility and Sterility, wertete nun die Daten von Teilnehmerinnen hinsichtlich des Zusammenhangs von PCOS und psychischen Störungen, Essstörungen sowie geringem Selbstwertgefühl aus – mit richtungsweisenden Ergebnissen.

PCOS – Leidensdruck für Betroffene

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Die Erkrankung zeichnet sich auf körperlicher Ebene durch unregelmäßige Menstruationsblutungen oder auch einen zu hohen Spiegel an männlichen Hormonen, den Androgenen, aus. Häufig kommt es dabei zu einer Ausbildung von Zysten und vergrößerten Eierstöcken, Akne und Fruchtbarkeitsstörungen. Betroffene Frauen leiden zudem häufig sehr unter der Entwicklung männlicher Attribute wie etwa dem Haarverlust oder dem Haarwachstum auf Brust und Oberlippe.

Bewertung psychischer Aspekte

Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 8467 Teilnehmerinnen, die zwischen 1989 und 1995 geboren waren, untersucht. Von diesen waren 875 Teilnehmerinnen von PCOs betroffen. Die Daten der Studie basierten auf selbstberichteten Essstörungen der Teilnehmerinnen sowie deren Bewertungen ihres Selbstwertgefühls auf der Rosenberg-Skala und möglichen Depressionen auf der Kessler-Skala.

Erhöhtes Risiko für Essstörungen

Verglichen mit Frauen, die nicht an PCOS litten, traten Essstörungen bei Frauen mit PCOS etwas häufiger auf. Der Anteil betrug hier je 11,0% im Gegensatz zu 7,6%. Ebenso waren Frauen mit PCOS häufiger von einem geringen Selbstwertgefühl betroffen: Deren Anteil betrug 31,7% verglichen mit 24,2% bei Frauen ohne PCOS. Über schwere psychische Belastungen berichteten 21% der von PCOS betroffenen Frauen, wobei von Frauen ohne PCOS nur 13,5% betroffen waren. Nach Bereinigung um Faktoren, die die Studienergebnisse stören könnten, waren Frauen, die über PCOS berichteten, nachweislich wahrscheinlicher von Essstörungen betroffen. Ein geringes Selbstwertgefühl und psychische Belastungen zeigten eine starke Korrelation und erhöhten die Wahrscheinlichkeit von Essstörungen bei Frauen, die über PCOS berichten, weiter. Zudem wiesen untergewichtige Frauen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Essstörungen auf.

Aus der Studie lässt sich zusammenfassend schlussfolgern, dass Frauen mit PCOS eher von einem niedrigem Selbstwertgefühl, psychischen Belastungen sowie Essstörungen betroffen waren. Ein geringes Selbstwertgefühl und psychische Belastungen zeigten ebenso untereinander einen starken Zusammenhang und erhöhten das Risiko, an einer Essstörung zu erkranken, zusätzlich.