Gesundheit

Studie: Frühaufsteher seltener von psychischen Erkrankungen betroffen

Wer gerne früh aufsteht, ist laut Wissenschaft psychisch stabiler/ Bild: Fotolia
Studie: Frühaufsteher seltener von psychischen Erkrankungen betroffen
Paulin Klärner

Eine groß angelegte Genetik-Studie zeigt, dass Frühaufsteher weniger anfällig dafür sind, bestimmte psychische Erkrankungen zu entwickeln, als Nachteulen. Wer quasi biologisch so „programmiert“ ist, dass er gerne und ohne Probleme früh aufsteht, ist demnach psychisch stabiler.

Frühaufsteher vs. Nachteulen

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Die Studie untersuchte Daten von 250.000 TeilnehmerInnen, die sich bei der privaten Genetik-Company „23andME“ angemeldet haben, sowie jene der 450.000 ProbandInnen der UK Biobank-Studie. Im Rahmen letzterer Studie wurden die Aufzeichnungen von Armband-Fitness-Trackern, welche die körperliche Aktivität der mehr als 85.000 Träger unter Tags aufzeichneten,  analysiert. Die TeilnehmerInnen wurden gefragt, ob sie „Morgenmenschen“ oder „Abendmenschen“ seien und ihr Erbgut wurde auf bestimmte Gene, die das menschliche Schlafverhalten bekannterweise beeinflussen, untersucht.

Laut Forschern tickt die biologische Uhr bei jedem Menschen anders – und das hat einen Einfluss auf unser seelischen Wohlbefinden. Das Ergebnis der groß angelegten Studie: Bei Menschen, die die typischen Gene von Frühaufstehern aufwiesen, war das Risiko, an Depressionen und Schizophrenie zu erkranken deutlich niedriger als bei Nachtmenschen.

Gene beeinflussen unseren Schlaf-Wach-Rhythmus

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Studienleiter Professor Mike Weedon von der University of Exeter erklärt: „Die beeindruckende Anzahl der Menschen, die an unserer Studie teilgenommen haben, stellt sicher, dass wir mit Überzeugung sagen können, dass „Nachteulen“ ein höheres Risiko haben, psychische Erkrankungen, wie Schizophrenie und einen generell schlechten psychischen Allgemeinzustand zu entwickeln – trotzdem werden weitere Studien nötig sein, um dieses Phänomen genauer zu untersuchen“. Ganze 351 Gene beeinflussen laut Wissenschaftern, ob ein Mensch eine Nachteule oder ein Frühaufsteher ist. 24 jener Gene waren bereits bekannt, die weiteren 327 wurden erst von den Forschern im Rahmen der Studie entschlüsselt. Die Wissenschafter weisen aber auch darauf hin, dass nicht nur Gene, sondern ebenso Einflüsse wie Tageslicht, Ernährung, Bewegung und Temperatur unseren Schlach-Wach-Rhythmus steuern.