Gesundheit

Studie: Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen kann Migräne reduzieren

Eine Gewichtsabnahme verbessert die allgemeine Lebensqualität bei Adipositas in jedem Fall - eine Studie meint, dadurch auch die Stärke und Dauer von Migräneattacken bei Übergewicht reduzieren zu können. /Bild: Fotolia
Studie: Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen kann Migräne reduzieren

Übergewicht und Fettleibigkeit belasten den Körper in vielerlei Hinsicht: Neben Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen wird häufig ebenso der Bewegungsapparat negativ beeinflusst. Eine Gewichtsabnahme lohnt sich in jedem Fall: Vor allem, so die Autoren einer heuer publizierten Studie, bei Menschen mit Übergewicht, die zusätzlich an Migräne leiden.

Migräne – eine neurologische Erkrankung

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Wer bereits einmal in seinem Leben einen Migräneanfall erlebt hat, weiß, dass sich dieses Krankheitsbild erheblich von „gewöhnlichen Kopfschmerzen“ unterscheidet.
Zu den häufig starken Kopfschmerzen treten häufig auch eine hohe Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auf. All diese Faktoren können die Lebensqualität massiv einschränken und dem Nachkommen einer Arbeit im Weg stehen.

Verringerung von Kopfschmerz-Häufigkeit und deren Dauer

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Der Studienautor, Dr. Claudio Pagano, außerordentlicher Professor für Innere Medizin an der Universität Padua in Padua, Italien, verweist auf eine Linderung der Kopfschmerzen durch Gewichtsabnahme bei Menschen mit Übergewicht. Genauer postuliert er, dass die Anzahl der Tage pro Monat mit Migräne sowie ebenso die Schwere der Schmerzen abnehme. Die Verbesserung der Migräne-Kopfschmerzen sei in diesem Kontext auf eine Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität zurückzuführen. Im Rahmen der Studie untersuchten Pagano und seine Kollegen standardmäßige, medizinische Online-Forschungsdatenbanken für Studien, welche unter anderem Schmerzintensität, Kopfschmerzfrequenz, die BMI-Änderung, und Alter berücksichtigen. In einer Meta-Analyse mit 473 Patienten in 10 Studien, welche die Einschlusskriterien erfüllten, kamen sie schließlich zum Entschluss, dass eine Gewichtsabnahme mit einer signifikanten Verringerung der Häufigkeit von Kopfschmerzen sowie der Schmerzintensität einhergehe. Ebenso waren damit eine Reduktion der Invalidität sowie der Dauer der Attacken verbunden.

Mögliche Ursache liegt in Begleiterkrankungen

Pagano postuliert daraus: „Die Gewichtsabnahme reduziert die Auswirkungen von Erkrankungen im Zusammenhang mit Fettleibigkeit, einschließlich Diabetes, Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall und Atemwegserkrankungen“. Die genauen Mechanismen, welche Fettleibigkeit, Gewichtsabnahme und Migränekopfschmerzen miteinander verbinden, sind nach den Studienautoren noch nicht gänzlich geklärt. Sie könnten jedoch unter anderem Veränderungen bei chronischen Entzündungen, Begleiterkrankungen von Übergewicht sowie verhaltensbedingte und psychologische Risikofaktoren beinhalten.