Frauenmedizin

Studie: Hashimoto Thyreoiditis tritt häufig zusammen mit PCOS auf

Die Autoimmunerkrankung Hashimoto betrifft überwiegend Frauen, von PCOS sind ausschließlich Frauen betroffen. Beide Krankheiten treten gehäuft zusammen auf. /Bild: Fotolia
Studie: Hashimoto Thyreoiditis tritt häufig zusammen mit PCOS auf

Schilddrüsenerkrankungen wie die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis sowie auch das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) betreffen weltweit viele Frauen. Eine Studie, die in den Jahren 2009-2010 durchgeführt wurde, zielte darauf ab, ein höheres Auftreten von Hashimoto Thyreoiditis bei Betroffenen mit PCOS zu bestätigen. Ebenso wurden die Auswirkungen der autoimmunen Schilddrüsenerkrankung auf die reproduktiven und auch stoffwechselbedingten Parameter von PCOS-Betroffenen untersucht.

Eingeschränkte weibliche Fruchtbarkeit bei beiden Erkrankungen

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Für beide Erkrankungen lassen sich keine eindeutigen Ursachen identifizieren, doch können beide Krankheiten die Lebensqualität erheblich mindern. Beide Krankheiten sollten deshalb in jedem Fall medizinisch abgeklärt und entsprechend behandelt werden, um negative Folgen zu vermeiden. Letztere betreffen unter anderem auch die weibliche Fruchtbarkeit. Frauen mit PCOS weisen häufig einen zu hohen Spiegel an männlichen Hormonen, den Androgenen auf und leiden an unregelmäßigen Zyklen sowie übermäßig langen oder seltenen Menstruationsblutungen. Auch bei der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto, die mit einer Zerstörung der eigenen Schilddrüsenzellen einhergeht, kommt es manchmal zu unspezifischen Zyklusstörungen und damit einhergehender Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit.

Die Studie

Die Studie wurde an 827 Frauen, die von PCOS betroffen waren und an Einschränkungen in Fruchtbarkeit und Stoffwechsel litten, durchgeführt. Alle wurden auf das Vorhandensein einer Hashimoto Thyreoiditis untersucht, dies basierte auf Labortests sowie einem Schilddrüsenultraschall. Die Auswirkungen von Hashimoto auf das PCOS wurden durch die Bestimmung von reproduktiven sowie metabolischen Parametern einer Bewertung unterzogen.

Aufschlussreiche Resultate

Die Ergebnisse der Studie waren wissenschaftlich aufschlussreich: Der Testosteronspiegel war bei Betroffenen beider Krankheiten niedriger und auch wiesen sie ein allgemein geringeres Auftreten von erhöhtem Testosteron auf. Daraus folgend war bei Betroffenen von beiden Krankheiten ebenso das Auftreten von männlicher Behaarung weniger häufig. Keine Unterschiede konnten im Auftreten von Akne, Haarausfall sowie einer selten auftretenden Monatsblutung festgestellt werden. Patienten mit PCOS und Hashimoto waren durchschnittlich um 2 kg/m² BMI fettleibiger. Das wichtigste Resultat der Studie war, dass Hashimoto Thyreoiditis bei Betroffenen mit PCOS häufiger als bei Kontrollteilnehmern war. PCOS-Betroffene, die gleichzeitig an Hashimoto litten, wiesen jedoch eine weniger stark ausgeprägte übermäßige Produktion männlicher Hormone sowie eine geringer ausgeprägte Symptomatik eines männliches Hormonüberschusses auf. Sie zeichneten sich jedoch wahrscheinlich auch durch ein erhöhtes metabolisches Risiko aus.