Gesundheit

Studie: Jeder 5. Todesfall durch ungesunde Ernährung

Ungesunde Ernährung führe laut Studie zu mehr Todesfällen als Rauchen/ Bild: Fotolia
Studie: Jeder 5. Todesfall durch ungesunde Ernährung
Paulin Klärner

Ungesunde Ernährung kann uns das Leben kosten – dies bestätigt nun auch die Studie eines Forscherteams um Christopher Murray, Chef des Instituts für Gesundheitsstatistik an der University of Washington, die im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Für die Studie wurden die ProbandInnen zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt – nachträglich wurde analysiert, welche Erkrankungen und Todesursachen bei den TeilnehmerInnen im Laufe der Jahre eingetreten sind.

Demnach sind 2017 rund 11 Millionen Menschen an den Folgen ungesunder Ernährung gestorben. Somit sind falsche Ernährungsweisen offiziell für mehr Todesfälle verantwortlich als das Rauchen, heißt es in einer Pressemitteilung des Institute for Health Metrics and Evaluation (IMHE). Tabbakkonsum habe laut den Berechnungen zu „nur“ 8 Millionen Todesfällen geführt.

Zu viel Fett, zu wenig Grünes

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Wenn es darum geht, was genau die Menschen bei ihrer Ernährung falsch machen, variieren die Gründe von Region zu Region. In Indien, Brasilien oder auch den USA führen die Forscher die ungesunde Ernährung auf einen zu geringen Verzehr von Vollkornprodukten zurück, in China und Thailand werde wiederum viel zu viel gesalzen. Allgemein ist das Problem aber fast überall: Zu viel rotes Fleisch und Zucker und zu wenig Gemüse und Obst. Jene Ernährungweise begünstige das Risiko an Krebs, Herzkreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu erkranken. „Diese Untersuchung bekräftigt, was wir seit vielen Jahren gedacht haben: Eine schlechte Ernährung ist für mehr Todesfälle verantwortlich als jeder andere Risikofaktor“, so Murray. Die Forscher berechneten außerdem die ideale Menge der Zufuhr gesunder Lebensmittel: Bei Obst seien das 200 bis 300 Gramm pro Tag, bei Fleisch höchstens 4 Gramm täglich.

Ländervergleich:

In Israel gibt es laut Studie die wenigsten Todesfälle durch ungesunde Ernährung, Österreich belegt Platz 30 von 195, am schlechtesten ernähren sich die BürgerInnen von Usbekistan. Kritiker der Studie betonen unter anderem, dass Faktoren wie Mangelernährung und Hunger bei der Untersuchung nicht berückstichtig wurden. Außerdem sei die Studie durch Selbsteinschätzung der TeilnehmerInnen durchgeführt worden, was die Ergebnisse durch die Subjektivität der Antwortgebungen trüben