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Studie: Jodmangel mit Unfruchtbarkeit assoziiert

Mit einem Jodmangel sinkt die Chance auf eine Schwangerschaft um fast 50%. /Bild: Fotolia
Studie: Jodmangel mit Unfruchtbarkeit assoziiert
Trixi Kouba

Das Spurenelement Jod reguliert den Stoffwechsel und die Schilddrüsenhormone. In Österreich und Deutschland wird Jod über die Ernährung, wie beispielsweise Salz, hinzugefügt, um die Bevölkerung damit zu versorgen. Trotzdem leiden 30 Prozent der Deutschen unter einem Jodmangel. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass Jodmangel mit erhöhter Unfruchtbarkeit assoziiert ist.

Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 200 µg Jod pro Tag. Schwangere benötigen mit 230 µg eine etwas höhere Dosis. Doch auch für Frauen mit Kinderwunsch sollten diese Vorgaben gelten.

Anzeichen von Jodmangel

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Die Jodversorgung in Deutschland verbesserte sich seit den 1990er Jahren. Trotzdem ist ein Teil der Bevölkerung nicht ausreichend mit Jod versorgt. Grund dafür könnte eine Reduktion des jodierten Speisesalzes sein. Doch schon ein geringer Mangel macht sich beim Menschen bemerkbar. Zu den Anzeichen von Jodmangel zählen erhöhte Müdigkeit, Blässe und Konzentrationsschwierigkeiten. Laut Erkenntnissen einer jüngsten Studie wird ein Mangel dieses essentiellen Spurenelements auch mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht.

50% geringere Chance auf Schwangerschaft

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Jod spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Gehirns während der Schwangerschaft. Doch frühere Studien zeigten, dass rund 30 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter nicht genug Jod aufnehmen. Zwar gelten Empfehlungen von 130 Mikrogramm Jod täglich für schwangere Frauen, doch diese zielen nicht auf Frauen ab, die versuchen, schwanger zu werden. Dabei wäre es ratsam: Frauen mit Kinderwunsch und Jodmangel haben laut der US-Studie eine um 50 Prozent geringere Chance schwanger zu werden als Frauen, deren Jodspiegel im gesunden Bereich liegt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Forscher analysierten fünf Jahre lang Daten von mehr als 500 Frauen, die eine Schwangerschaft anstrebten. Es zeigte sich, dass Frauen mit leichtem bis schweren Jodmangel eine 46% geringere Chance auf eine Schwangerschaft hatten. Der Studienleiter Dr. James Mills vom Eunice Kennedy Shriver National Institute of Child Health and Human Development in Bethesda, Maryland, zeigte sich von diesen Ergebnissen überrascht.

Ernährung bei Kinderwunsch

Neben ausreichend Jod aus Milch, Seefischen (Kabeljau und Seelachs) und jodiertem Salz sollten Frauen mit Kinderwunsch zudem versuchen, ausreichend Vitamine des B-Komplexes, Vitamin C sowie Beta-Carotin zu sich zu nehmen. Omega-3-Fettsäuren sind in der Schwangerschaft wichtig für die Entwicklung des Ungeborenen. Auch Folsäure sorgt für eine gesunde Entwicklung des Embryos. Die Gefahr von Frühgeburten kann mit ausreichender Versorgung von Folsäure um 70 Prozent gesenkt werden.