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Studie: Kleine Männer leiden unter Napoleon-Komplex

Der Napoleon-Komplex: Kleine Männer wollen ihre Körpergröße durch Aggressivität kompensieren. /Bild: Fotolia
Studie: Kleine Männer leiden unter Napoleon-Komplex
Trixi Kouba

Kleine Männer kompensieren ihre fehlende Körpergröße mit Aggressivität und Egoismus, besagt die Theorie des Napoleon-Komplexes. Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden will diese Annahme durch ein Experiment jetzt als bestätigt ansehen.

Napoleon Bonaparte wird seit jeher größenwahnsinniges Verhalten als Kompensation für seine geringe Körpergröße nachgesagt. Tatsächlich wurde seine Körpergröße von umgerechnet 168 Zentimetern von seinen Feinden – ob versehentlich oder mit Absicht – als 150 Zentimetern dargestellt. Diese Größe lag übrigens zur damaligen Zeit vollkommen im Durchschnitt französischer Rekruten. Doch der Psychologe Alfred Adler nahm die falsche Annahme Napoleons Körpergröße zum Anlass den sogenannten „Napoleon-Komplex“ zu prägen: Männer mit geringer Körpergröße versuchen diese durch Macht und Erfolg auszugleichen und ein aggressiveres Verhalten an den Tag legen.

Teilen kleine Männer weniger?

dannydevito

Von der Theorie inspirierte Forscher sahen sich das Phänomen genauer an und wollen sie nun bestätigt sehen: Kleine Männer würden sich tatsächlich indirekt aggressiver im Konkurrenzkampf mit ihren größeren männlichen Kollegen verhalten. Das zeigte sich jedoch nicht auf direkte Art von stärkerer physischen Aggression gegenüber ihren größeren Kollegen, sondern in der Verwahrung von Ressourcen: Was die Forscher bei Frauen nicht finden konnten, zeigte sich bei Männern in einem Experiment: Sie würden mehr Ressourcen für sich selbst behalten, wenn sie sich klein fühlen würden. In dem Experiment behielten kleine Männer im Team mit großen Mitmenschen mehr Ressourcen für sich selbst, wenn sie die gesamte Macht dazu hatten (Diktator-Spiel) als in einem Spiel, in dem der Mitstreiter genauso viel Macht dazu hatte (Ultimatum-Spiel).

Für das Experiment saßen Studienteilnehmer in einem isolierten Raum und erhielten pro Kuvert 1-Euro-Münzen. Den Teilnehmern wurde gesagt, dass sie so viele Münzen nehmen konnten, wie sie wollten. Was sie nicht behielten, würde ihren Mitspielern übergeben werden. Schätzten sich Männer als klein ein, behielten die Teilnehmer mehr Münzen für sich selbst. Bei Frauen wurde dieses Phänomen hingegen nicht beobachtet.