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Studie: Wir finden Menschen, die wir verstehen automatisch attraktiver

Laut einer aktuellen Studie finden Männer Frauen, deren Emotionen sie "lesen" können, automatisch schöner/ Bild: Fotolia
Studie: Wir finden Menschen, die wir verstehen automatisch attraktiver
Paulin Klärner

Gesichtszüge, Geruch, Körperbau, Gestik – all diese Dinge beeinflussen, wie attraktiv wir Menschen finden. Das ist aber noch lange nicht alles! Laut der Studie „A neural link between affective understanding and interpersonal attraction“ der Forscher um Silke Anders der Universität von Lübeck hat auch die Tatsache, ob wir glauben, unser Gegenüber zu verstehen, einen enormen Einfluss darauf, wie schön wir es finden.

Attraktivitäts-Experiment

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Für die Studie mussten sich 100 männliche Probanden Videos von verschiedenen Frauen ansehen, die Trauer und Angst empfanden und diese Gefühle mit entsprechender Mimik ausdrückten. Die Teilnehmer mussten schließlich angeben, welche der beiden Gefühle die abgebildeten Frauen gerade empfanden und wie sicher sie sich bei ihrer Einschätzung waren. Davor wurden die Männer außerdem gefragt, wie attraktiv sie die Frauen in den Videos fanden und ob sie sie „im echten Leben treffen“ würden, beziehungsweise ob sie glaubten, dass sie sich „mit ihnen gut verstehen“ könnten. Die endgültigen Ergebnisse der Befragung zeigten, dass die Männer jene Frauen, von denen sie glaubten, ihre Emotionen richtig gedeutet zu haben, also ihre Gefühle verstanden zu haben, attraktiver fanden als jene, deren Gesichtsausdrücke sie nicht problemlos interpretieren konnten.

Was passiert hierbei im Gehirn?

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Im zweiten Teil des Experiments wurde die Gehirnaktivität der Männer gemessen. Hierbei zeigte sich, dass sich die Probanden besonders sicher waren, ihr Gegenüber richtig einzuschätzen, wenn ihre Gehirnaktivität während des Betrachtens der Frauen jener glich, die sie selbst bei den dargestellten Gefühlen (Trauer oder Angst) aufwiesen. Je höher die Übereinstimmung der Aktivitäten, desto höher auch die Aktivität im Belohnungszentrum der männlichen Gehirne. Die Forscher schlussfolgern, dass es für Menschen allgemein (obwohl in diesem Fall nur Männer untersucht wurden) scheinbar sehr wichtig sei, dass sie ihr Gegenüber richtig einschätzen, also quasi „passende Kooperationspartner“ finden können. Wenn man das Gefühl hat, man versteht eine Person, baut man demnach automatisch eine Bindung auf und findet diese schöner als vergleichsweise einen Menschen, den man nicht gut „lesen“ kann.