Partnerschaft

Studie: Verlieben sich Männer wirklich schneller ?

Meist werden Frauen als emotionaler Part in der Beziehung gesehen - doch Männer verlieben sich schneller ! /Bild: Fotolia
Studie: Verlieben sich Männer wirklich schneller ?
Catharina Kaiser

Dass die meisten Männer nichts mit Romantik am Hut haben, würden vermutlich viele Frauen bestätigen. Da überrascht es doch umso mehr dass die Männerwelt in Sachen verlieben eindeutig die Nase vorne hat, oder? Einer im Journal of Social Psychology veröffentlichten Studie zufolge verlieben sich Männer nämlich schneller als Frauen und sind auch meist die ersten, die die großen drei Worte aussprechen. Die Begründung der Wissenschaftler? Anscheinend liegt es in der männlichen Biologie.

Männer verlieben sich zuerst

Im Rahmen der Studie befragten die Forscher 172 College-Studenten zum Thema Liebe und verlieben. Überraschenderweise stellte sich dabei heraus, dass Männer dabei deutlich schneller waren und auch als erste aussprachen. Allerdings waren beide Geschlechter der Annahme, es wäre Frauensache. „Möglicherweise weil Männer im Allgemeinen als weniger emotional gesehen werden und ihre Gefühle im Gegensatz zu Frauen auch nicht so häufig reflektieren“, meint Dr. Rachel Needle, Psychologin und Sex-Therapeutin aus Florida. Allerdings neigen Frauen dazu ihre Gefühle viel häufiger zu hinterfragen, was sie etwas zögerlicher machen könnte. „Demzufolge könnte es sein dass ein Mann gar nicht wirklich verliebt ist, aber es sagt wenn die Gefühle stark genug sind und er zumindest glaubt verliebt zu sein“, so Dr. Needle. Entgegen aller Behauptung seitens der Gesellschaft und Medien sehnen sich Männer allerdings sehr wohl nach einer Beziehung und ernsthaften Verbindungen. In manchen Fällen verlieben sie sich daher nicht nur schneller, sondern sogar stärker als Frauen – auch wenn niemand sagen kann, wie lange diese Gefühle anhalten.

Testosteron vs. Gefühle

Laut Experten könnte eine Begründung für das schnelle Verlieben einen biologischen Hintergrund haben. So würden Frauen besonders genau abwägen in welchen Mann sie sich verlieben um ihre Fortpflanzung sicher zu stellen. „Im Vergleich zu Männern haben Frauen nämlich nur eine begrenzte Produktion an Eizellen und nicht Millionen von Samen, die tagtäglich produziert werden“, so Co-Studienleiterin Marissa Harrison. Dating-Agentur-Experte James Preece hat allerdings eine weitere Theorie, um das schnelle Verlieben der Männerwelt zu erklären. „Es könnte an den Fluten von Testosteron und den jeweiligen Vernetzungen im Gehirn liegen“, so Preece. Beide Faktoren bewirken, dass sich Männer körperlich angezogen fühlen und praktisch alles andere vergessen – zum Beispiel die Frage ob man wirklich zusammen passt. „So gesehen genießen Männer eher die Idee verliebt zu sein und nicht das tatsächliche Gefühl. Dennoch macht sie das wirklich glücklich, wodurch sie tatsächlich davon ausgehen jemanden zu lieben“, fügt Preece hinzu.

Biologische Ursachen

Es wäre daher durchaus sinnvoll die Biologie für den unterschiedlichen Umgang mit Gefühlen verantwortlich zu machen. „Der Schlüssel zu den geschlechtsspezifischen Unterschieden in den Bindungsstilen kann tatsächlich auf Hormone und Co. zurückgeführt werden. Männer verhalten sich eben so wie sie es tun, weil sie keine Kinder zur Welt bringen können und sich somit weniger auf emotionale, denn materielle Dinge konzentrieren“, so Verhaltensforscherin und Autorin Clarissa Silva. Frauen haben dagegen die Fähigkeit ein Kind zu gebären und durch diese spirituelle Erfahrung eine völlig andere Einstellung zu Lebensentscheidungen. Sie neigen dazu über sich selbst hinaus zu denken und im Interesse ihres Umfels zu handeln. Nichtsdestotrotz suchen auch Männer nach Beständigkeit, Stabilität und Sicherheit in einer Beziehung – nur die Definitionen gehen da manchmal etwas auseinander.