Ernährung

Studie: Mehr als 100 Millionen Bakterien in jedem Apfel

Äpfel sind wahre Bakterienschleudern - im guten Sinne/ Bild: Fotolia
Studie: Mehr als 100 Millionen Bakterien in jedem Apfel
Paulin Klärner, BA

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente – wie gesund Äpfel sind, ist schon lange bekannt. Nun haben Forscher der TU Graz herausgefunden, dass die köstliche Vitamin-Bombe ganz nebenbei auch mehr als 100 Millionen Bakterien in sich trägt, die wir beim Verzehren in unseren Körper aufnehmen.

Den ganzen Apfel verspeisen!

Das Forscherteam rät in der Studie, die im Fachblatt „Frontiers in Microbiology“ veröffentlicht wurde, Äpfel am besten ganz, also mitsamt Kernen und Stängeln zu verspeisen. So kann die unser Körper von den mehr als 100 Millionen Bakterien der süßen Frucht profitieren. Jene sind nämlich eine wahre Wohltat für unsere Darmflora, die gerne als Sitz des menschlichen Immunsystems bezeichnet wird. „Bakterien, Pilze und Viren in unserer Nahrung besiedeln unseren Darm. Kochen tötet die meisten von ihnen ab, daher sind rohe Früchte eine besonders wichtige Quelle von Darmbakterien“, so Gabriele Berg, Zweitaurotin in der Studie.

Für die Studie untersuchten die WissenschafterInnen Stiel, Schale, Kern und Fruchtfleisch der steirischen „Arlet-Äpfel“ unabhängig voneinander. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem die Kerne reich mit Bakterien besiedelt sind –  gefolgt vom Fruchtfleisch. Bioäpfel enthielten außerdem mehr gesunde Bakterien als ihre gespritzten Kollegen.

Wie kommen die Bakterien in den Apfel?

apple

„Lange Zeit dachte man, dass Samen innen steril sind“, schreiben die AutorInnen. Doch nun vermuten die ForscherInnen, dass die zahlreichen Bakterien über Luft und Boden in den Baum und gelangen, sich bis zur Blüte „durchkämpfen“ und schließlich auch in der Frucht landen. Ein Grund mehr, den alten Spruch „an apple a day keeps the doctor away“ ab jetzt noch ernster zu nehmen.