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Studie: Mehr als 250 Selfie-Tote

Männer bringen sich weitaus häufiger für ein Selfie in Lebensgefahr als Frauen. /Bild: Fotolia
Studie: Mehr als 250 Selfie-Tote
Trixi Kouba

Weltweit starben in den letzten Jahren mehr als 250 Menschen bei dem Versuch, ein perfektes Selfie zu schießen, so eine aktuelle Studie.

Auf der Jagd nach den außergewöhnlichsten Selfies posieren Menschen vor Wasserfällen und Wildtieren, auf Klippen oder Zügen. Mehr Likes verlangen mehr Risiko – Nicht immer geht das Fotografieren für Social-Media-Maniacs gut aus. Forscher durchleuchteten Medienberichte zwischen 2011 und 2017 hinsichtlich Todesfällen, die mit Selfies in Verbindung standen, und präsentierten ihre Ergebnisse unlängst im Journal of Family Medicine and Primary Care. Dabei zeigte sich, dass im Ländervergleich von hunderten Selfie-Toten Inder mit Abstand am häufigsten betroffen sind. Männer verunglücken zudem sehr viel öfter beim Posen, als Frauen. Insgesamt wurden 259 Fälle ausgemacht, die mit Selfies in Verbindung standen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher sein, da man annehmen kann, dass nicht jeder Selfie-Tod in der Medienberichterstattung auftaucht oder als Selfie-Unfall identifiziert wird. „Einige Straßenunfälle beim Posieren für Selfies werden als Tod durch Verkehrsunfall berichtet“, so die Forscher.

Selfie-Verbots-Zonen

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Die Wissenschaftler der US National Library of Medicine empfehlen „No Selfie Zonen“ an gefährlichen Orten, um Todesfälle zu verhindern. Damit beschreiben sie vor allem Bergspitzen, sowie hohe Gebäude und Seen, an denen die häufigsten tödlichen Unfälle geschehen. Die russische Regierung reagierte 2017 auf den Anstieg an Selfie-Todesfällen und brachte eine Safe-Selfie-Kampagne heraus. Kurz zuvor verstarb eine 21-jährige Russin, die für ein Selfie mit einer Waffe posierte und sich dabei versehentlich selbst erschoss. Der Denver Canyon in Littleton, Colorado, bleibt seit 2015 geschlossen, da zu viele abenteuerlustige Wanderer Fotos von sich und Bären mithilfe von Selfie-Sticks schossen. Für den Trend zum perfekten Bären-Selfie kamen die Hobbyfotografen gefährlich nahe an die Tiere heran.

Ertrinken und Stürze als häufigste Todesursache

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Ertrinken, Transportunfälle sowie Stürze wurden als häufigste Todesursachen ausgemacht. Auch von Todesfällen durch Wildtiere, Strom, Feuer und Waffen wurde oft berichtet. So wurde dieses Jahr in Indien ein Mann von einem Bären getötet, nachdem er versuchte, mit dem Tier ein Selfie zu schießen. Diesen Juli starb ein 19-Jähriger bei dem Versuch, ein Selfie zu schießen, als er von einem Kliff in New South Wales, Australien, fiel. Diese Schlagzeilen fanden sich am häufigsten in Indien, den USA, Russland und Pakistan. Über 72% der Opfer waren männlich. Der Großteil war zudem unter 30 Jahre alt. Das liege wohl daran, dass Social Media in dieser Altersgruppe einen wichtigen Teil des Alltags ausmacht. Die Studie demonstriert außerdem, dass die Anzahl der Selfie-Toten ansteigend ist. Während 2011 nur drei Medienbericht gefunden wurden, wuchs die Zahl 2016 auf 98 und 2017 auf 93.

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