Familie

Studie: Menschen aus reichen Elternhäusern überschätzen sich eher selbst

Eine Studie zeigt, dass Reichtum und Selbstüberschätzung nicht selten zusammenhängen/ Bild: Fotolia
Studie: Menschen aus reichen Elternhäusern überschätzen sich eher selbst
Paulin Klärner

Das mit der Selbsteinschätzung ist so eine Sache: Zwar ist es meist wahnsinnig unsympathisch, wenn sich Menschen ständig selbst überschätzen und für etwas Besseres halten, andererseits hat jenes Verhalten auch zahlreiche Vorteile für die „Superegos“, während sich ständige Selbstunterschätzung eher negativ auf Karriere, Selbstwert, soziale Interaktion und Co auswirkt.

Selbstüberschätzung macht erfolgreich

Reichtum

Diese Annahme bestätigt auch die Studie ”The Social Advantage of Miscalibrated Individuals: The Relationship Between Social Class and Overconfidence and Its Implications for Class-Based Inequality”, die im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlich wurde. In der Untersuchung haben sich die ForscherInnen um Peter Belmi von der University of Virginia damit auseinandergesetzt, wie sich die soziale Herkunft auf die Selbsteinschätzung von Menschen auswirkt. Und die Ergebnisse sind mehr als interessant.

Reiche Menschen überschätzen sich eher

Reich

Es ist bereits aus älteren Studien bekannt, dass Menschen, die in „besseren“ Elternhäusern aufwachsen, gesünder und erfolgreicher werden und sogar länger leben. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Von mehr Geld für die Gesundheit, weniger Stress durch Existenzängste über Erbschaften und besserer Unterstützung für die Bildung bis hin zu guten Kontakten in der Berufswelt. Die Studie hat zusätzlich zu jenen Faktoren untersucht, ob der Erfolg gut situierter Menschen auch mit der eigenen Selbstüberschätzung zusammenhängen kann. Die Antwort ist „Ja“. Im Experiment wurde 150.000 mexikanische Kleinunternehmer, die um einen Kredit ansuchten mithilfe von psychologischen Tests analysiert. Hier mussten sie Aufgaben lösen und anschließend selbst einschätzen, wie sie glaubten, dabei abgeschnitten zu haben. Hierbei zeigte sich, dass sich die reicheren ProbandInnen selbst besser einschätzten als ihre ärmeren KollegInnen. Das liege laut ForscherInnen unter anderem daran, dass jenen Kindern schon früh vermittelt werde, dass sie auf ihr Image achten und sich in Anwesenheit von anderen Menschen gut darstellen müssten – um quasi ihrem sozialen „Status“ gerecht zu werden.