Studie: Plus-Size Models verbessern mentale Gesundheit

Das Spektrum der Körpertypen in der Modewelt war lange Zeit sehr eintönig - das ändert sich nun langsam ! /Bild: Fotolia
Studie: Plus-Size Models verbessern mentale Gesundheit
Catharina Kaiser

Genau genommen sollte es keinen wissenschaftlichen Beleg benötigen, um zu realisieren, dass Plus-Size-Models wohl das beste sind, dass der Modewelt widerfahren ist. Dennoch beschäftigten sich inzwischen zahlreiche Studien mit den Effekten, die diese Damen auf die mentale wie auch körperliche Gesundheit von Frauen haben. Es sollte nicht überraschen, dass diese Auswirkungen nämlich unglaublich positiv sind. Einer Studie der Florida State University zufolge würden Frauen dank Plus-Size-Models eine viel stärkere Körperzufriedenheit erleben und die Bilder der Models dementsprechend länger in Erinnerung behalten. Ein Fakt der für die Modeindustrie, deren Ziel der Verkauf von Produkten ist, sicherlich ebenso nützlich ist.

Schluss mit Magerwahn

Das Spektrum an Körpertypen war in der Modewelt noch bis vor einigen Jahren relativ eintönig: Super dünn und mit endlos lange Beinen. Dass diese Körper für diverse Fotostrecken auch noch retuschiert werden, ist ohnehin ziemlich absurd. Zur Folge hatte das eine unendliche Kette von Challenges, die Menschen dazu brachten sich entweder noch etwas unzufriedener zu fühlen, oder den Hype um dünn, dünner, am dünnsten mitzumachen. „Belly Button Challenge“, „Collarbone Challenge“ oder die „A4-Challenge“ sind einige Beispiele für den gefährlichen Magerwahn. Doch wie genau wirken diese mageren Models tatsächlich auf die Psyche von Frauen und Männern? Kurz gesagt, sie zerstören das Selbstwertgefühl wie auch die Körperzufriedenheit und können sowohl zu Essstörungen, als auch Depressionen führen.

Plus-Size ist der neue Trend

Glücklicherweise gibt es zu jedem Trend auch immer eine Gegenströmung, und diese wird von Plus-Size-Models vertreten. Sie zeigen, dass man keine Größe 32 braucht, um sagenhaft auszusehen und beweisen, dass Kurven eindeutig schöner sind, als irgendwelche hervorstehenden Knochen. Was sich hierbei erfreulicherweise beobachten lässt, ist dass die Plus-Size-Models keinesfalls ein vorübergehender Trend sind, sondern die Modewelt sukzessive verändern. Sie sind auf Fashionshows vertreten, in Werbungen sowie auf Covers zu sehen und haben letztlich bewirkt, dass auch Marken eigene Kollektionen für alle Körperformen herausbringen. Kein Wunder, dass das auch positive Effekte die mentale Gesundheit von Frauen hat.

Plus-Size Models stärken das Selbstbewusstsein

Die Studienleiter Dr. Russell Clayton und Jessica Ridgwayder, von der Florida State University, wollten genau diese Auswirkungen untersuchen und überwachten dazu 49 Studentinnen, die allesamt eines gemeinsam hatten: Eine angeknackste Körperzufriedenheit. Im speziellen sollten die Reaktionen der Studentinnen, wenn sie Bilder von Models gezeigt bekamen, analysiert werden. „Die Messung der psychophysiologische Reaktionen ermöglichte es einen Echtzeit-Einblick in die kognitiven wie auch emotionalen Reaktionen zu erhalten, die sich zeigen sobald Frauen mit unterschiedlichen Körpertypen konfrontiert werden“, so Dr. Clayton. Auf den Bildern waren sowohl Plus-Size Models, als auch durchschnittliche Damen sowie super dünne Models zu sehen. Bei ersteren beiden waren die Reaktionen deutlich positiver, wobei Plus-Size Models eine noch stärkere Freunde bewirkten. „Die Frauen zeigten die größte Körperzufriedenheit und zeitgleich die geringste Belastung durch Vergleiche, wenn sie Bilder von Plus-Size Models betrachteten. Hingegen sank das Wohlbefinden, sobald ihnen Bilder von dünnen Frauen gezeigt wurden und der Druck, sich mit ihnen zu vergleichen, stieg“, so die Studienleiter.

Body Positivity

Obwohl die Tatsache, dass das Betrachten „unrealistischer Körper“ einen negativen Einfluss auf die geistige wie auch körperliche Gesundheit ausübt, bereits hinreichend wissenschaftlich belegt wurde, scheint sich die Modewelt nur langsam an das neue Schönheitsideal zu gewöhnen. Nach wie vor herrscht in der Modeindustrie ein Mangel an Vielfalt von Körpertypen. Zwar gibt es inzwischen einige fragwürdige Versuche, um an die „Body Positivity“-Bewegung anzuschließen, doch oftmals gelingt es den Labels nur mit bedingtem Erfolg. Es ist aber auch nicht das Ziel, neue Kleidung zu verkaufen, oder eine möglichst unkonventionelle Kampagne zu veröffentlichen, um Aufsehen zu erregen. Viel wichtiger ist es, den Frauen und Männern Vorbilder zu geben, die ihnen Selbstbewusstsein schenken, anstatt es zu sabotieren.