Gesundheit

Studie: Schlafmangel schadet dem Herzen

Nicht nur, aber vor allem unserer Herzgesundheit zuliebe sollte auf einen qualitativ hochwertigen – und quantitativ ausreichenden – nächtlichen Schlaf geachtet werden. Bild: Fotolia
Studie: Schlafmangel schadet dem Herzen

Schlaf ist zweifellos einer der wichtigsten Grundpfeiler unserer Gesundheit, gleichzeitig wird er jedoch – bedingt durch Stress und einen beschleunigten Lebensstil – sehr häufig vernachlässigt. Bereits Schlafmangel, der aus wenigen Stunden Schlaf pro Nacht resultiert, kann unser seelisches wie körperliches Wohlbefinden bereits empfindlich aus der Balance bringen. Eine neue Studie belegt nun die These, dass sich Schlaf besonders negativ auf unsere Herzgesundheit auswirkt und zeigt auf, warum dies so ist.

Ursache liegt in der Genregulation

genetics

Bereits seit mehreren Jahren konnten wissenschaftliche Untersuchungen aufzeigen, dass Menschen, welche unzureichend schlafen, ein höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall aufweisen. Die aktuelle Studie der University of Colorado Boulder, die in der Zeitschrift Experimental Physiology veröffentlicht wurde, fand nun heraus, warum. Sie zeigt auf, dass Kurzzeitschläfer ein niedrigeres Niveau an genregulierender microRNA haben. Doch was sind MicroRNAs? MicroRNAs sind kleine Moleküle, welche die Genexpression bestimmter Proteine in Zellen unterdrücken. Deren Funktion im Herz-Kreislauf-System sowie ihre Auswirkungen auf die kardiovaskuläre Gesundheit werden wissenschaftlich stets untersucht. Ebenso werden derzeit für zahlreiche Krankheiten Medikamente zur Korrektur beeinträchtigter microRNA-Signaturen enwickelt.

MicroRNAs korrelieren mit Entzündungen

Für die neue Studie wurden die Blutproben von 24 gesunden Männern und Frauen im Alter von 44 bis 62 Jahren sowie Ergebnisse eines von ihnen ausgefüllten Fragebogens zu deren Schlafgewohnheiten analysiert. Die Hälfte der Teilnehmer wies eine Schlafdauer von 7 bis 8,5 Stunden pro Nacht, die andere Hälfte 5 bis 6,8 Stunden nächtlich auf. Schließlich wurde die Expression von neun microRNAs, welche mit Entzündung, Immunfunktion oder Gefäßgesundheit assoziiert waren, gemessen. Die Forscher kamen zum Schluss, dass Menschen mit unzureichendem Schlaf 40 bis 60 Prozent niedrigere zirkulierende Werte von miR-125A, miR-126 und miR-146a hatten als die Teilnehmer mit ausreichend Schlaf.

Sieben Stunden als „magische Zahl“

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Genauer wurde im Rahmen der Studie festgestellt, dass Menschen, die weniger als 7 Stunden pro Nacht schlafen, niedrigere Werte von drei physiologischen Regulatoren oder microRNAs aufweisen, welche essentiell für die Erhaltung der Gefäßgesundheit sind. In einer weiteren Studie fanden die Forscher heraus, dass erwachsene Männer, die 6 Stunden pro Nacht schlafen, dysfunktionale Endothelzellen aufweisen. Dies sind jene Zellen, welche die Blutgefäße auskleiden. Ebenso kamen die Forscher zum Resultat, dass deren Arterien sich nicht erweitern und verengen können wie Menschen mit ausreichend Schlaf.

Nicht nur Herzenssache

 Menschen, die demnach weniger als 7 Stunden pro Nacht schlafen, weisen einen geringeren Anteil an genregulierenden Molekülen oder microRNAs auf. Diese helfen dabei, Entzündungen in Zellen zu dämpfen und die Gefäßgesundheit zu unterstützen. „Diese Studie schlägt einen neuen potenziellen Mechanismus vor, durch den der Schlaf die Herzgesundheit und die gesamte Physiologie beeinflusst“, so der Senior-Autor Christopher DeSouza, Professor für Integrative Physiologie.