Gesundheit

Studie: Das Smartphone ist der größte Feind der Psyche 

Nächtliche Smartphone-User haben ein höheres Risiko an Depression zu erkranken. /Bild: Fotolia
Studie: Das Smartphone ist der größte Feind der Psyche 
Catharina Kaiser

Es dürfte inzwischen wohl kein Geheimnis mehr sein, dass die Nutzung von Smartphones und Co. vor dem Schlafengehen nicht wirklich zu einer erholsamen Nacht beiträgt. Dennoch machen es sich viele nach wie vor gemeinsam mit ihrem Smartphone im Bettchen gemütlich, bevor sie irgendwann einschlafen. Dank Instagram, Twitter, Pinterest und Ähnlichem wird die Nacht jedoch nicht nur kurz, auch die psychische Gesundheit leidet. Einer neuen Studie mit über 91.000 Teilnehmern zufolge würde dies nämlich die Wahrscheinlichkeit für psychologische Probleme wie Depressionen, bipolare Störungen oder Neurotizismus ungemein fördern. Alle diese Symptome sind laut Experten auf eine Störung des zirkadianen Rhythmus zurückzuführen und werden häufig durch die nächtliche Nutzung von Smartphones verursacht.

Smartphone stört zirkadianen Rhythmus

Bereits zuvor haben Studien die schädlichen Auswirkungen belegt, welche die Unterbrechungen des natürlichen 24-Stunden-Zyklus haben können. Bislang bezogen sich die Untersuchungen allerdings auf Schichtarbeiter, welche die Nacht durcharbeiten mussten. Die neue Studie der University of Glasgow ist hingegen die erste, welche diese Rhythmusstörungen in einem derart großen Ausmaß überwachte. Dabei wurden Teilnehmer zwischen 37 und 73 Jahren mit Pulsgeräten am Handgelenkt ausgestattet, welche die Aktivitäten über eine Woche hinweg aufzeichneten. Dadurch konnten die Forscher feststellen, in welchem Ausmaß die zirkadiane Rhythmik während dieser Zeit gestört wurde. Die relativ kurze Dauer der Studie, sowie die Wahl der Studienteilnehmer ließ bei einigen Experten jedoch Skepsis aufkommen. Daher wurden zusätzliche Querschnittsuntersuchungen durchgeführt, um ein genaueres Ergebnis zu erreichen. Etwa jeder 25. Teilnehmer schien ungewöhnliche Aktivitätsgewohnheiten aufzuweisen, wodurch sich die Aktivität tagsüber wenig von jeder während der Nacht unterschied. Diese Teilnehmer hatten jedoch ein 11% höheres Risiko an einer bipolaren Störung zu erkranken und die Wahrscheinlichkeit, eine Depression zu entwickeln, stieg ebenfalls um 6% an. Zudem berichteten diese Studienteilnehmer verstärkt über Gefühle von Einsamkeit und Traurigkeit.

Die Psyche leidet

„Was diese Teilnehmer gemeinsam haben, ist eine äußerst schlechte Schlafhygiene und sie neigen dazu, nächtlich am Smartphone zu hängen“, erklärt Hauptautor Dr. Daniel Smith von der University of Glasgow. Auch wenn die Zahlen klein erscheinen mögen, so ist es ein dramatisch konsistentes Ergebnis, welches die negativen Auswirkungen von Smartphones auf die psychische Gesundheit verdeutlicht. Doch ein gesundes Schlafmuster hängt nicht nur von der nächtlichen Smartphone Nutzung ab – auch Aktivitäten während des Tages können sich darauf auswirken. „Diese Ergebnisse sind unglaublich wichtig, da sie zeigen wie sehr die Schlafqualität gestört wird und welch subtile Faktoren dabei eine Rolle spielen“, so Smith. Nachdem immer mehr Menschen in lichtdurchflutenden Schlafzimmern schlafen, ist die allgemeine Schlafqualität ohnehin nicht mehr die beste – da braucht es also nicht noch Smartphones, die einen nächtlich wachhalten.