Gesundheit

Studie: Warum Sorgen gar nicht so schlecht sind !

Sich etwas um die Zukunft zu sorgen hat auch positive Effekte auf die Psyche ! /Bild: Fotolia
Studie: Warum Sorgen gar nicht so schlecht sind !
Catharina Kaiser

„Don’t worry be happy“ – diese Textzeile kenn vermutlich jeder, der versucht seine Sorgen im Zaum zuhalten. Doch egal ob man mit der positiven Einstellung eines Winnie Poo oder doch etwas angespannter durch das Leben geht, hin und wieder überkommen sie jeden einmal. Obwohl Ängste und Kummer einen ziemlich schlechten Ruf haben, weil sie uns auch manchmal unnötig panisch machen, haben Forschungen nun einen gegenteiligen Effekt entdeckt. Demzufolge können sich gelegentliche Sorgen nämlich durchaus positiv auf das Leben auswirken und sogar dazu motivieren, sich mehr um sich selbst zu kümmern.

Sorgen vs. Grübeln

Laut einer im Social and Personality Psychology Compass veröffentlichten Studie der University of California entdeckten die Forscher durchaus positive Effekte bei sich sorgenden Menschen. Zunächst müsse allerdings ein wichtiger Unterschied klar gestellt werden. Nämlich jener zwischen Sorgen und dem, was in der Psychologie als „Grübeln“ bekannt ist. Während sich erstere meist auf zukünftige Situationen beziehen, dreht sich bei letzterem alles um die Vergangenheit. Natürlich können Sorgen im Extremfall zu einem Problem werden, doch prinzipiell bringt es eine Person dazu die Aufmerksamkeit auf die Zukunft zu richten und alle Möglichkeiten durchzuspielen.

Ein emotionaler Puffer

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine Studie im Jahr 2007. Studenten, die hin und wieder mit völlig normalen Sorgen zu kämpfen hatten, waren deutlich besser wenn es um das Lösen von Problem ging. Außerdem stellten die Forscher zahlreiche Verbindungen zwischen Sorgen und gesunden Verhaltensweisen fest. Angefangen beim Tragen eines Sicherheitsgurtes bis hin zu regelmäßigeren Krebsvorsorge-Untersuchungen. Grundsätzlich kann es einem Menschen also helfen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten. Neben dem Aspekt der Motivation sehen die Psychologen der UC Riverside Sorgen auch als einen „emotionalen Puffer“. Per Definition sind sie natürlich eher unangenehme Erfahrungen und haben daher so gar nichts mit Spaß zu tun, was als affektiver Kontrast beschrieben wird. Zwar wurde bislang noch nicht viel Forschung mit Bezug auf die spezielle positive Effekte unternommen, doch die wenigen Studien zu dem Thema deuten darauf hin, dass mehr Sorgen zu einem besseren Gefühl führen, wenn letztlich doch alles gut geht. Allerdings haben viele vermutlich dieselbe Schlussfolgerung von Pessimisten gehört: wenn man sich aufs Schlimmste einstellt, ist die Enttäuschung weniger groß, wenn die Dinge nicht so laufen wie sie sollten.

Sorgen ≠ Sorgen

Ob sich die Gedanken positiv oder negativ auf Leben und Gesundheit auswirken, hängt natürlich davon ab wie intensiv und regelmäßig sie auftreten. Es ist zwar völlig normal sich mal ein paar Gedanken zu machen, oder hin und wieder mal ein paar pessimistische Gedankengänge zu haben – doch es sollte niemals zur Gewohnheit werden. Wird das Leben von Sorgen bestimmt, so löst das nämlich eine Form von Langzeit-Stress aus, und der hat bekanntlich deutlich mehr Nachteile als Vorteile. „Dieser Unterschied ist also äußerst wichtig“, erklärt Studienleiterin Kate Sweeny. Doch sich ein bisschen zu grübeln ist immer noch besser als sich gar keine Gedanken zu machen!