Familie

Studie: Welche Auswirkungen der mütterliche BMI auf die Gesundheit von Einzel- oder Zwillingsgeburten hat

Ein normaler BMI ist auch und vor allem während einer Schwangerschaft wichtig für die Gesundheit von werdender Mutter und Baby. / Bild: Fotolia
Studie: Welche Auswirkungen der mütterliche BMI auf die Gesundheit von Einzel- oder Zwillingsgeburten hat

Mit einer Schwangerschaft vollbringt eine Frau mit ihrem Körper ein wahres Wunder: Ob figurbezüglich kleiner oder größer, dicker oder dünner – gänzlich unabhängig von Statur oder Körpergewicht. Doch inwiefern nimmt der BMI (Body Mass Index) der werdenden Mutter auch einen Einfluss auf die Gesundheit des Babys? Und wie unterscheidet sich dieser bei einer Zwillingsgeburt von der Geburt eines einzelnen Babys? Ein kanadisches Forschungsteam hat dies im Rahmen einer fast vierjährigen Studie untersucht – mit möglicherweise bedeutenden Ergebnissen für die Medizin:

Der mütterliche BMI als Variable für Schwangerschaftskomplikationen

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Die bevölkerungsbezogene Studie, die im Zeitraum zwischen April 2012 und März 2016 in Ontario durchgeführt wurde, wurde vor nur wenigen Wochen im International Journal of Obesity publiziert. Die Daten entstammen dem Better Outcomes Registry & Network (BORN) Ontario. Im Rahmen der Studie wurde grundsätzlich davon ausgegangen, dass Frauen mit Zwillingen von Beginn an ein erhöhtes Risiko für mit Fettleibigkeit verbundenen Komplikationen hätten. Dies beruhe in erster Linie auf den erhöhten Stoffwechselleistungen, die Mütter bei Zwillingen vollbringen müssten. Ziel der Studie war es nun, die Hypothese zu überprüfen, ob sich die Korrelation zwischen dem BMI der Mütter vor der Schwangerschaft sowie möglichen Komplikationen zwischen Zwillings- und Einzel-Schwangerschaften unterscheide. Im Rahmen der Studie wurde der Zusammenhang zwischen dem BMI der Mutter und den Schwangerschaftskomplikationen bei Einzel- und Zwillingsschwangerschaften getrennt einer Bewertung unterzogen.

Unterschiedliche Tendenzen bei Zwillings- und Einzelgeburten

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Die Studienergebnisse waren teils überraschend, teils vorhersehbar: Es konnten de facto Unterschiede in der Korrelation zwischen mütterlichem BMI und Schwangerschaftskomplikationen bei Zwillings- oder Einzelmüttern festgestellt werden. Ein erstes wichtiges Resultat der Studie war, dass das Risiko für Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie sowie einen Kaiserschnitt mit einem hohen mütterlichen BMI grundsätzlich anstieg. Dies galt zwar sowohl für Zwillings-, als auch für Einzelschwangerschaften, bei Zwillingsschwangerschaften waren diese Verbindungen allerdings etwas schwächer als bei einzelnen Babys ausgeprägt. Bei Einzelschwangerschaften konnte genauer ein Anstieg des Risikos einer Frühgeburt in Zusammenhang mit einem steigenden BMI erschlossen werden. Hingegen war bei einer Zwillingsschwangerschaft eher ein niedriger BMI, der mit Untergewicht einherging, ein Risiko für Komplikationen wie eine spontane Frühgeburt.