Gesundheit

Studie: Yoga reduziert die Schwere der Symptome bei rheumatoider Arthritis

Studie bestätigt die positiven Auswirkungen von Yoga auf Arthritis/ Bild: Fotolia
Studie: Yoga reduziert die Schwere der Symptome bei rheumatoider Arthritis

Die Kraft von Prana: Yoga wird traditionell bereits seit vielen tausenden von Jahren praktiziert und liegt heute weltweit bei Alt und Jung im Trend. Seine vielen positiven Wirkungen auf die physische wie psychische Gesundheit konnten bereits in zahlreichen Studien wissenschaftlich nachgewiesen werden. Eine neue Studie konnte nun auch konkret seine positiven Auswirkungen bei rheumatoider Arthritis belegen. Ein neuer Meilenstein in der Therapie dieser chronischen Autoimmunerkrankung?

Eine systemische Erkrankung mit hohem Leidensdruck

yoga

Rheumatoide Arthritis betrifft in erster Linie Menschen ab etwa vierzig Jahren, vor allem aber überwiegend Frauen. Die heterogene Autoimmunerkrankung findet ihre Ursache in genetischen sowie auch in umweltbedingten Faktoren. Sie verursacht in erster Linie systemische Entzündungen der Gelenke und Knorpelschäden, welche in gravierenden Fällen zu körperlichen Behinderungen und einer hohen psychischen Belastung führen können. Bestehende medizinische Therapien zeichnen sich häufig nicht durch einen begrenzten Anwendungsbereich, sondern auch durch zahlreiche Nebenwirkungen aus. Die rheumatoide Arthritis begleitenden seelischen Belastungen führen bei vielen Betroffenen zu Depressionen. Dies verschlechtert häufig wiederum die Compliance, das bedeutet das Einhalten der medizinischen Behandlung von Seiten der Betroffenen, was die Schwere der Erkrankung zusätzlich erhöhen kann.

Die Studie

yoga

Durchgeführt wurde die Studie als eine randomisierte Studie mit parallelen Aktiv- und Kontrollgruppen. Beide Testgruppen wurden von einer routinemäßigen medikamentösen Therapie begleitet. Der Fokus lag auf der Analyse der Auswirkungen der Ausübung von 120 Minuten Yoga an fünf Tagen in der Woche für acht Wochen. Durchgeführt wurde sie an 72 Menschen mit nachgewiesener rheumatoider Arthritis.

Vielversprechende Resultate

Laut der neuen Studie könne bereits eine achtwöchige, intensive Yogapraxis das Ausmaß der psychischen wie physischen Symptome bei Menschen mit aktiver rheumatoider Arthritis lindern. Hierbei konnten deutliche Verbesserungen bei den Niveaus bestimmter entzündlicher Biomarker für die Immunmodulation sowie bei der Beurteilung des funktionellen Zustands festgestellt werden. Ebenso konnten die Wissenschaftler eine allgemeine Verbesserung der Krankheitsaktivität beobachten, womit auf die wirksamen Eigenschaften der Yogapraxis geschlossen werden kann. Diese manifestiert sich zum einen in einer präventiven, jedoch auch allgemein rehabilitativen und fördernden Wirkung. „Eine intensive Yogapraxis, begleitet von der routinemäßigen medikamentösen Therapie, führe aus medizinischer Sicht zu molekularen Remissionen und könne dabei helfen, die immunologische Toleranz wiederherzustellen. Ebenso würden die Schwere der psychischen Belastungen sowie Depressionen durch die Förderung der Neuroplastizität reduziert werden,“ erklärte die leitende Prüfärztin Rima Dada, MD, PhD, Professorin, Department of Anatomy, All India Institute of Medical Sciences (AIIMS), New Delhi, Indien.

Zukunftsweisend auf psychosomatischer Therapieebene

practice

Diese Studie gilt als eine der Pioniere, welche die Auswirkung von Yoga auf die systemischen Biomarker von Entzündungen, zellulärem Altern sowie oxidativem Stress genauer untersucht hat. Die Ergebnisse der Studie konnten nachweisen, dass Yoga die Autoimmunität auf zellulärer und molekularer Ebene positiv beeinflussen könne. Yoga erleichtere in diesem Sinn auch die Fähigkeit des Geistes, die körperliche Funktion zu beeinflussen sowie krankhafte Symptome, welche eine natürliche immunologische Toleranz bewirken. Die Studie biete demnach einen neuen Optionsansatz, pharmakologische Behandlungen in Zukunft vermehrt durch alternative und ergänzende Maßnahmen wie Yoga zu ergänzen, um körperliche wie psychische Symptome nachweislich zu lindern.