Gesundheit

Studie zeigt: Sex ist auch im Alter noch interessant

Eine Studie hat untersucht, wie SeniorInnen zu Sex und Intimität stehen/ Bild: Fotolia
Studie zeigt: Sex ist auch im Alter noch interessant
Paulin Klärner

Die sexuelle Aktivität ab 60+ ist in unserer Gesellschaft kein besonders präsentes Thema. So assoziieren wir mit Sex dank Hollywood, Porno-Industrie und Co meist automatisch Jugendlichkeit – die Lust von älteren Menschen bleibt damit für viele ein tabuisiertes Mysterium. Auch deshalb haben sich Berliner PsychologInnen, SozialwissenschaftlerInnen und ÄrztInnen in ihrer Studie ”Sexual activity, sexual thoughts, and intimacy among older adults: Links with physical health and psychosocial resources for successful aging”, die im Fachjournal „Psychology and Aging“ veröffentlicht wurde, mit dem Thema auseinandergesetzt. Für die Untersuchung verglichen die Forscher die zwischen 2009 und 2013 erhobenen Daten von den 1.514 60 bis 82-jährigen Menschen der Berliner Altersstudie II (BASE II). Verglichen wurden jene mit einer Kontrollgruppe von 475 22-36-Jährigen.

Was bedeutet „Sexualität“?

sex

Für die Analyse haben die Forscher Sexualität in drei Teilbereiche aufgesplittert, nämlich „sexuelle Aktivität“, „sexuelle Intimität“ und „sexuelle Gedanken“. Sexuelle Intimität beschreibt hierbei „(…) verschiedene Gefühle, die mit Sexualität verbunden sind. Dazu gehören zum Beispiel Geborgenheit, Sicherheit und Akzeptanz, die durch körperliche Kontakte entstehen.“, so die Psychologin und Studienautorin Karolina Kolodziejczak von der Berliner Humboldt-Universität. Zur sexuellen Aktivität zählten die Forscher etwa Austausch von Zärtlichkeiten, Sex ohne sowie Sex mit Geschlechtsverkehr.

Die Ergebnisse:

Wenn es um sexuelle Aktivität und Gedanken ging gab es den größten Rückgang, für Intimität zeigten sich hingegen kaum Unterschiede bei Alt und Jung. „Es gab in diesem Punkt in beiden Gruppen praktisch keinen Alterseffekt.“, so Kolodziejczak. Und auch was die sexuelle Lust betrifft fanden die ForscherInnen bei den SeniorInnen keinen Rückgang. Demnach gab sogar rund 1/3 der ProbandInnen an, häufiger sexuelle Gedanken und sexuelle Aktivität zu erleben, als die junge Kontrollgruppe. Was die geschlechtsspezifischen Unterschiede betrifft, hängt die sexuelle Lust bei Frauen laut Studie eher vom Funktionieren der Partnerschaft ab, bei Männern ist emotionale Bindung weniger bedeutend, wenn es um Lust geht.