Ernährung

Süße Falle: Warum eine zuckerreiche Ernährung zur Gewichtszunahme führt

Zucker in Form von Glucose ist grundsätzlich ein lebenswichtiger Energiespender – gesundheitlich bedenklich wird jedoch ein übermäßiger Konsum zuckerreicher Lebensmittel und Getränke. /Bild: Fotolia
Süße Falle: Warum eine zuckerreiche Ernährung zur Gewichtszunahme führt

Ein Leben ohne Zucker ist für die meisten schlicht unvorstellbar: Ab und an braucht man einfach Süßes. Doch so sehr die kleinen süßen Belohnungen oder der süße Trost zwischendurch die Seele verwöhnen, allzu bekannt ist Zucker auch für seine negativen Auswirkungen auf unsere Gesundheit. In erster Linie fördert Zucker die Gewichtszunahme und ist einer der Hauptgründe für Fettleibigkeit und Übergewicht. Auf lange Sicht hin bildet eine zuckerreiche Ernährung in weiterer Folge auch einen Nährboden für chronische Erkrankungen des Stoffwechsels und Diabetes sowie durch Übergewicht bedingte Herzkrankheiten. Doch warum genau fördert Zucker aus ernährungswissenschaftlicher Sicht eigentlich die Gewichtszunahme?

Leere Kalorien und fehlende Sättigung:

sweets

Lebensmittel mit einem hohen Zuckergehalt weisen in der Regel keinen bzw. nur einen sehr geringen Anteil an wertvollen Nährstoffen auf. Allen voran enthalten sie zumeist kaum sättigendes Protein. Dieses gilt in der Tat als jener Makronährstoff, der am besten sättigt. Bedingt wird dies durch eine Verlangsamung der Verdauung, eine Stabilisierung des Blutzuckerspiegels sowie eine natürliche Regulierung der Hungerhormone. Genauer fördert Protein eine Senkung des Hormons „Ghrelin“, welches appetitanregend wirkt. Zweitens sind sie meist arm an sättigenden Ballaststoffen wie komplexen Kohlehydraten. Umso mehr jedoch enthalten Süßigkeiten einen Reichtum an „leeren“ Kalorien in Form von Kohlehydraten, welche eine Gewichtszunahme fördern. Kohlehydrate alleine führen jedoch in der Regel zu keiner ausreichenden Sättigung, wodurch mehr vom Süßen gegessen wird und gesunde mikro- und makronährstoffreiche Lebensmittel leichter aus dem Speiseplan verdrängt werden.

Erheblicher Einfluss auf den Blutzuckerspiegel

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Dass der Verzehr von Kohlehydraten bzw. ihrem kleinsten Bestandteil Glucose zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels führt, ist hinreichend bekannt. Besonders negativ wirkt sich ein langfristiger und erhöhter Zuckerkonsum auf unsere Gesundheit aus, da es zu einem chronisch erhöhtem Blutzuckerspiegel kommt. Dieser verursacht nach und nach eine sukkzessive Gewichtszunahme und kann langfristig zu einer Förderung der Insulinresistenz führen. Insulin ist ein von der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon, welches Glucose aus dem Blut in die Zellen transportiert, wo es als Energiequelle genutzt wird.

Ebenso ist Insulin an der Speicherung von Energie beteiligt und bestimmt, wann die Energie entweder als Fett oder Glykogen gespeichert werden soll. Bei einer Insulinresistenz reagieren die Zellen in der Regel nicht mehr richtig auf Insulin, was wiederum zu einem erhöhten Zucker- und Insulinspiegel führt. Gleichzeitig wird in diesem negativen Zyklus die Fettspeicherung erhöht, was sich schließlich in Fettleibigkeit und Übergewicht – vor allem im Bauchbereich– äußern kann. Darüber hinaus fördert eine zuckerreiche Ernährung ebenso eine Resistenz gegenüber dem Sättigungshormon Leptin, welche zu einer Erhöhung des Appetits sowie zusätzlich zu Fettleibigkeit beiträgt.

Appetitanregung durch zugesetzten Fruchtzucker

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Fruchtzucker ist an sich nichts Schädliches, da er natürlicherweise vor allem in Obst vorkommt, das einen essentiellen Bestandteil einer gesunden Ernährung bildet. Wenig wertvoll ist jedoch Fruchtzucker, der Lebensmitteln künstlich zugesetzt wurde. Fruchtzucker, auch Fructose, führt aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zu einer Erhöhung des Hungerhormons Ghrelin und gleichzeitig einer Senkung des appetithemmenden Hormonpeptids YY. Studien deuten darüber hinaus darauf hin, dass Fruktose die Signalsysteme im Hypothalamus, einem Bereich des Gehirns, beeinflussen und die Lust auf genussreiche, süße Lebensmittel erhöhen könne.