Superfoods: Warum Ernährungsexperten sie hassen

Kaum ein Begriff bringt Ernährungsexperten derart auf die Palme wie das Wort "Superfoods" ! /Bild: Fotolia
Superfoods: Warum Ernährungsexperten sie hassen
Catharina Kaiser

Wenn es eine Sache gibt, die so ziemlich alle Ernährungswissenschaftler auf die Palme bringt, dann sind es „Superfoods“. Nicht nur dass damit gefühlt jeden Tag ein neues Lebensmittel betitelt wird – die Behauptung ein Lebensmittel wäre rundum super ist laut Experten ziemlich absurd. Egal ob Chia-Samen, Bitterschokolade, Quinoa oder sonstige vermeintliche Superfoods: Überall gibt es sowohl Vor- als auch Nachteile. „Superfood ist eine relativ schwierige, wenn nicht sogar gefährliche Bezeichnung. Vor allem weil so ziemlich jedes natürliche Lebensmittel als super bezeichnet werden kann“, erklärt sagt Nicci Schock, Ernährungswissenschaftler bei Elevate by Nicci. Denn dieser Titel führt der breiten Masse vor Augen was als besonders gesund gilt und somit am besten täglich auf dem Teller landen soll. Dass Superfoods aber nicht für jeden Menschen gleichermaßen super sind, scheinen viele nicht zu berücksichtigen. Immerhin klingt die Idee, dass ein Lebensmittel sowohl gesund als auch schlank machen kann auch so wahnsinnig verlockend! „Doch was für eine Person funktioniert, muss nicht zwangsläufig bei einer anderen klappen“, so Nicci Schock.

Superfoods für jedermann

Eine magische Lösung für sämtliche Gewichts- wie auch Gesundheitsprobleme in Superfoods zu finden ist nicht wirklich eine hilfreiche Idee. Denn genau diese utopische Erwartung hält Menschen davon ab, auf langfristige einfache Methoden zurückzugreifen die tatsächlich zu einem gesunden Leben führen würden. Dieser Meinung ist auch Racing Weight Autor Matt Fitzgerald. Das soll keinesfalls bedeuten, dass gehypte Superfoods per se keine gesunden Lebensmittel wären, sondern eher dass auch die weniger hochgepriesene Lebensmittel ihre Vorteile haben. Allerdings scheinen sich Menschen von exotischen Namen wie Goji-Beeren, Chia-Samen oder ähnlichen Produkten einfach mehr begeistern zu lassen als von den lokalen Heidelbeeren, Sauerkraut oder Leinsamen. Klar, die Produkte kennt man ja schon seit der Kindheit – kein Grund also deshalb völlig auszuflippen, oder? Nun ja, nachdem sich mehr oder minder die exakt gleichen Inhaltsstoffe darin befinden und sie dabei noch um einen beträchtlich günstigeren Preis angeboten werden, wäre gerade hier großes Interesse angebracht. Hier 4 übertrieben gehypte Superfoods und ihre weniger bekannten, wenngleich effizienteren Alternativen:

1. Goji-Beeren

Vermutlich haben Sie die kleinen roten Beeren im vergangenen Jahr bereits auf Ihrem Salat oder im Müsli entdeckt. Zugegeben, die farbliche Frische sieht ja schon recht schmackhaft aus und macht das fade Haferflockenmüsli zumindest ein bisschen interessanter. Recht viel mehr haben die Goji-Beeren aber auch nicht drauf. Zumindest nicht im Vergleich zu anderen, lokalen Beerensorten. Im Grunde sind sie unter dem Label Superfoods eigentlich nur super teuer! „Der Glaube, sie hätten eine beruhigende Wirkung oder würden die sportliche Leistung fördern ist zwar nett, konnte bislang aber nicht wissenschaftlich belegt werden“, erklärt Diätetikerin Nanci Guest. Nach wie vor lautet die Devise für eine gesunde Ernährung und einen fitten Körper: Vielfalt in der Schüssel ist der Schlüssel zum Erfolg!