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Tagträumer sind intelligent & kreativ

Kopf in den Wolken ? Das ist gar nicht so schlimm ! /Bild: Fotolia
Tagträumer sind intelligent & kreativ
Trixi Kouba

Gemütlich im Zug zu sitzen und die Landschaft beim Vorbeiziehen zu beobachten, animiert die Gedanken zum Wandern und hilft beim Entspannen. Spätestens beim angebrannten Essen oder vernachlässigter Arbeit kommt einem das Tagträumen dann aber doch in die Quere. Doch keine Sorge: Eine neue Studie des Georgia Institutes of Technology meint nun: Wessen Gedanken oft wandern, ist intelligent und kreativ.

Mehr Raum zum Denken

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„Menschen tendieren dazu, Tagträume als etwas Schlechtes anzusehen. Man versucht aufmerksam zu bleiben, kann aber nicht“, erklärte der Psychologieprofessor und Co-Autor der Studie, Eric Schumacher. Dabei ist häufiges Tagträumen keine schlechte Eigenschaft, im Gegenteil. „Menschen mit effizienten Gehirnen haben möglicherweise zu viel Gehirnkapazität, um ihre Gedanken vom Wandern abzuhalten“, so Schumacher. Für seine Studie untersuchten er und sein Team mithilfe eines MRIs Gehirne von 100 Menschen. Ihre Aufgabe: Sie sollten sich für fünf Minuten auf einen fixierten Punkt fokussieren. Die Ergebnisse zeigten den Forschern, welche Teile des Gehirns zusammenarbeiteten. Sie konnten erkennen, welche Gehirnareale während des Wach- und Schlafzustandes zusammenarbeiten. Anschließend wurde die Intelligenz und Kreativität der Studienteilnehmer unter die Lupe genommen. Am Ende füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus, der ihre Tendenz zum Tagträumen im Alltag abfragte.

Hinweise für ein effizientes Gehirn

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So stellte sich heraus, dass die gemessenen Muster in den verschiedenen Zuständen mit unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten verbunden sind. Menschen, die häufiger Tagträumen sind demnach mit stärkerer Kreativität und Intelligenz ausgestattet. Schumacher ist der Meinung, dass eine höhere Effizienz des Gehirns mehr Kapazität zum Denken bedeutet und die Gedanken wandern, wenn eine Aufgabe erfüllt werden soll. Ein Hinweis für ein effizientes Gehirn ist die Fähigkeit, sich während Gesprächen oder Aufgaben gedanklich auszuklinken und auf natürliche Weise wieder einzusteigen, ohne wichtige Punkte oder Schritte zu verpassen. Schumacher zieht den Vergleich zum Stereotyp des gedanklich abwesenden doch brillanten Professors, der in seiner eigenen Welt zu leben scheint. Oder dem Schulkind, das seinen Kollegen intellektuell voraus ist und nach Beenden seiner Aufgabe in Tragträumen versinkt. In weiteren Studien soll nun erforscht werden, wann Tagträumen zur Hilfe und wann zum Hindernis im Alltag wird.

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