Gesundheit

Testosteron: Ein Hormon mit vielseitiger Wirkung

Auch Frauen produzieren das Androgen Testosteron - allerdings in einer vielfach geringeren Menge. / Bild: Fotolia
Testosteron: Ein Hormon mit vielseitiger Wirkung

Mit Testosteron assoziieren wir pure Männlichkeit: Zu recht, denn es ist das primäre männliche Sexualhormon. Ebenso ist Testosteron, das zur Hormonklasse der Androgene zählt, für die klassisch männlichen Körpereigenschaften von Männern verantwortlich. In erster Linie weisen eine tiefere Stimme, mehr Muskelmasse und mehr Körperbehaarung auf einen höheren Testosteronspiegel hin. Hier findet ihr interessante Fakten zu Testosteron:

Testosteron als männliche „Triebkraft“

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Ein besonders hoher Stellenwert kommt dem männlichen Sexualhormon in der Pubertät zu: In dieser Zeit führt es zur Ausreifung der Geschlechtsorgange sowie zur Entwicklung eines typisch männlichen Erscheinungsbildes. Testosteron bewirkt unter anderem das Wachstum des Kehlkopfs, eine Zunahme der Körperbehaarung sowie der Breite des Kiefers und den Stimmbruch. Auch ist durch den Einfluss von Testosteron ein Breiterwerden der Schultern zu beobachten. Ebenso beginnt ab der Pubertät das Erwachen des Sexualtriebs, Testosteron bewirkt in diesem Kontext eine Steigerung der Libido, jedoch auch der Aggressivität. Nach der Pubertät übernimmt Testosteron eine wichtige Funktion in puncto Knochendichte, Erhaltung der Muskelmasse sowie der Fettverteilung.

In Balance

Für gewöhnlich sinkt der Testosteronspiegel im Laufe des Lebens ab etwa 45 Jahren wieder ab. Laut einer im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism publizierten Studie ist eine durchschnittliche Verringerung des Testosteronspiegels um etwa ein Prozent pro Jahr zu beobachten. Ein verminderter Testosteronspiegel kann sich beim Mann neben einer allgemeinen depressiven Stimmung häufig auch durch einen verringerten Sexualtrieb, einen Rückgang von Muskelmasse, eine verminderte Spermienanzahl, Erektionsprobleme sowie Schlafstörungen äußern. Dies ist jedoch individuell, viele Männer leiden auch im Alter nicht explizit an testosteronmangelbedingten Beschwerden. Ein zu hoher Testosteronspiegel könnte bei Männern ein Hinweis auf Tumorerkrankungen der Hoden oder auch Nebennierenrinde sein.

Frauensache? Ja!

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Auch Frauen produzieren Testosteron – wenn auch in viel geringeren Mengen. Gebildet wird es in den Eierstöcken und den Nebennierenrinden. Eine Rolle spielt es im weiblichen Körper vor allem für die Zunahme der Muskelmasse sowie für eine gesunde Knochendichte. Ebenso nimmt Testosteron bei Männern und Frauen Einfluss auf den Fettstoffwechsel. Zusammen mit anderen Hormonen trägt Testosteron auch bei Frauen zu einer normalen Libido sowie zur Stimmung bei. Ist der Testosteronspiegel bei Frauen zu hoch oder zu niedrig, kann sich dies auch auf die Gesundheit auswirken. Ein zu niedriger Testosteronspiegel ist vor allem bei Frauen in der Menopause zu beobachten, wobei es bei jenen neben der Abnahme von Östrogen häufig zu einer verminderten Libido kommt. Ebenso assoziiert wird ein geringer Testosteronspiegel bei Frauen mit einer verminderten Knochendichte sowie einem erhöhten Risiko für Osteoporose.