Partnerschaft

Tipps zum Umgang mit einem depressiven Partner

Erkrankt ein Partner an einer Depression, ist Unterstützung durch den Partner Gold wert. / Bild: Fotolia
Tipps zum Umgang mit einem depressiven Partner

Depressionen sind heute weit verbreitet und auch in einer Beziehung zu sein und einen geliebten und liebenden Partner zu haben, schützt leider nicht vor psychischen Erkrankungen. Die große Belastung durch Depressionen spüren nicht nur Betroffene selbst durch Symptome, wie etwa Freud- und Antriebslosigkeit, anhaltende Müdigkeit oder Traurigkeit. Auch die Partner depressiver Menschen sind häufig einem mehr oder minder hohen (Mit-)Leidensdruck im alltäglichen Zusammenleben ausgesetzt – besonders viele fühlen sich hilflos und möchten vor allem eines: Dem Partner aus der Krise helfen.

Aufklärung

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Zuallererst kann es sehr hilfreich sein, sich über das klinisch diagnostische Bild der Depression zu informieren, um Einblicke in die Erkrankung zu gewinnen. Wichtig zu verstehen ist etwa, dass die Depression mit einer Veränderung des Gehirnstoffwechsels einhergeht und auch eine rechtzeitige Therapie essentiell ist. In diesem Punkt ist es für beide Partner von Bedeutung, zu erkennen, dass es therapeutische Möglichkeiten für das Freiwerden von Depressionen gibt. Sich zu informieren und aufzuklären, kann Angehörigen von Depressiven helfen, sich dem depressiven Partner mit Verständnis Empathie zu nähern.

Einfach da sein

be there

Menschen, die an Depressionen leiden, neigen dazu, sich zu isolieren und ihre Erkrankung kaum zu kommunizieren. Hier kann es für den depressiven Partner wertvoll sein, einfach physisch und emotional erreichbar zu sein und ihm zu signalisieren „Ich bin für dich da“. Empathie und emotionale Unterstützung durch den Partner sind für Betroffene von höchster Wichtigkeit. Auch proaktiv zu werden und dem Partner im Alltag Vorschläge für kleinere Unternehmungen oder Zerstreuungen zu machen, kann hilfreich sein.

Selbstschutz

selfcare

Dieser Punkt ist für Angehörige und vor allem für Partner depressiver Menschen von hoher Bedeutung: Auf eigene Bedürfnisse zu achten darf nicht mit Egoismus gleichgesetzt werden. Wichtig ist – bei allem Leid des Partners – sich selbst nicht zu vernachlässigen und eigene Ressourcen zu schützen. An dieser Stelle sollte Partnern depressiver Angehöriger bewusst sein, dass sie sie oder ihn leider nicht heilen, jedoch unterstützen können. Auch sollte es nicht die Aufgabe des Partners werden, zu kontrollieren, ob der betroffene Partner Therapien wahrnimmt oder Medikamente einnimmt. „Sich selbst Druck zu machen, den anderen von Depressionen zu befreien, kann auch die eigene psychische Gesundheit gefährden“, so auch Forscher der University of Yale. Eine Selbstreflexion darüber, ob auch eigene Bedürfnisse ausreichend befriedigt werden können, sollte für Partner von Betroffenen ebenso regelmäßig durchgeführt werden.