Erziehung

Trennungsangst bei Kindern

Kinder überfürsorglicher Eltern leiden eher unter Trennungsängsten. /Bild: Fotolia
Trennungsangst bei Kindern
Trixi Kouba

In den ersten zwei Lebensjahren fremdeln fast alle Kleinkinder. Es ist ganz natürlich, dass junge Kinder ein wenig Angst haben, wenn sie sich von ihren Eltern verabschieden müssen. Doch wie unterscheidet man diesen normalen Zustand von extremer Trennungsangst und was können Eltern dagegen tun?

Weinen, Blässe, Angstzustände oder Schlafstörungen – Werden Trennungsängste mit dem Alter stärker und bleiben auch noch in der Schule oder bei Freizeitaktivitäten bestehen beziehungsweise verhindern sie, könnte das Kind unter starken Trennungsängsten leiden. Die Faktoren dahinter sind nicht immer leicht auszumachen und können verschieden sein. Unsicherheit, eine Veränderung der Umgebung oder Stress können als Auslöser mitspielen. Auch überfürsorgliche Eltern können zu einer Entwicklung von Trennungsangst bei Kindern beitragen. Denn so verhindern Eltern, dass Kinder lernen, alleine und selbstständig Situationen zu erleben. Dabei können Eltern neben Therapien einiges unternehmen, um dem Kind Sicherheit zu vermitteln und langsam daran zu gewöhnen, ohne sie zu sein:

Verabschiedungen üben

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Eltern können mit ihren Kindern Abschied und Trennungen unter sicheren Umständen üben. Zunächst können die Kinder für kurze Zeitabstände bei einem Babysitter verbleiben während die Eltern in der Nähe bleiben. Gewöhnt sich das Kind an die getrennte Zeit, können die Zeiträume langsam gesteigert werden und die Eltern auch örtlich weiter entfernt verbleiben. Diese Verabschiedungen sollten bei Babys im besten Fall nach Nickerchen oder Mahlzeiten eingelegt werden. Denn Kinder tendieren dazu, bei Müdigkeit und Hunger eher Trennungsängste zu zeigen.

Abschieds-Rituale

Eltern können ein Abschiedsritual mit ihrem Nachwuchs entwickeln, an die sich das Kind gewöhnt. Das können kleine Gesten wie ein Abschiedskuss sein.

Ohne große Aufregung verabschieden

Anstatt eine große Aufregung um die Verabschiedung zu veranstalten, sollten Eltern ihren Kindern mitteilen, dass sie nun gehen und bald wiederkommen – ganz ohne großem Drama. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie auch tatsächlich zu der Uhrzeit und zu dem Ort wiederkommen, den Sie Ihrem Kind mitgeteilt haben, um das Vertrauen zu erhalten.

Gewohnte Umgebung & gewohnte Babysitter

Wichtig ist zudem, dass die Umgebung für die Kinder eine gewohnte ist, wenn sie ohne Mutter und Vater zurückbleiben. Ist das nicht möglich, hilft es, gewohnte Dinge in eine neue Umgebung einzubauen. Das kann zum Beispiel die Lieblingskuscheldecke oder das Plüschtier sein. Auch der Babysitter sollte den Job langfristig ausüben. Es hilft Kindern, wenn immer dieselbe vertraute Person bei ihnen bleibt.