Ernährung

„Trockener Jänner“: Was eine Alkoholpause alles kann

Im Jänner kehrt Ruhe ein - und damit auch das Bedürfnis, den Körper zu entgiften ! /Bild: Fotolia
„Trockener Jänner“: Was eine Alkoholpause alles kann
Trixi Kouba

In den letzten Wochen des Jahres wird nochmal ordentlich gefeiert. Ob Glühwein in der Adventszeit, Eierlikör auf Weihnachtsfeiern, Sekt und Schnaps zur Silvesterparty – Eine Feier jagt die nächste, ein Glas jagt das nächste. Im Jänner kehrt Ruhe ein. Und damit auch bei vielen Menschen das Bedürfnis, ihren Körper zu entgiften.

Die Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen der Deutschen sind Stressabbau und mehr Zeit für die Familie. Gleich danach möchte der Großteil der Deutschen mehr für die eigene Gesundheit tun. Auch das Thema Alkohol treibt eher die Männer um: 17 Prozent der Männer haben den Vorsatz 2018 weniger Alkohol zu trinken. Bei Frauen sind es nur sieben Prozent, berichtet eine Forsa-Studie im Auftrag der DAK-Krankenkasse mit mehr als 3.500 Befragten. Wer im neuen Jahr einen Monat lang eine Alkoholpause einlegen möchte, ist nicht alleine. Laut Google Trends steigen die Internetsuchanfragen für „Dry January“ beziehungsweise dem daraus abgeleiteten Wortspiel „Drynuary“ seit 2012 jedes Jahr um ein Stück. „Dry January” ist eine öffentliche Gesundheitskampagne, die ursprünglich aus Großbritannien stammt und hier auch am häufigsten praktiziert wird. Im „trockenen Jänner“ bleiben Freiwillige einen Monat lang dem Alkohol fern. Laut Alcohol Concern,  die diese Kampagne ins Leben gerufen hatten, schließen sich rund 17.000 Briten dem Vorhaben an. Die Gründe für einen trockenen Jänner sind vielzählig:

Mehr Geld, weniger Gewicht, besserer Schlaf

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Es gibt eine Menge Gründe, die für eine 31-tägige Alkoholabstinenz sprechen: Die Beziehung zum Alkohol verändert sich. Wer einen Monat lang nichts trinkt, betrachtet seinen persönlichen Alkoholkonsum mit anderen Augen. Auch die Gesundheit profitiert stark davon: 62 Prozent der Beteiligten des „Dry January“ schlafen besser und haben mehr Energie. Die Hälfte der Beteiligten verliert an Gewicht, so Alcohol Concern. Der Blutzuckerspiegel sinkt, die Konzentration erhöht sich und die sexuelle Funktion wird besser. Auch die Leber dankt: Die Leberfunktion verbessert sich sogar in diesem kurzen Zeitraum. Ein zusätzlicher Bonuspunkt: Wer nichts trinkt, gibt nicht so viel aus. 80 Prozent der Menschen, die den Dry January zur Gänze durchziehen, sparen Geld.

Keine Angst vor Versagen

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Trinker aus Leidenschaft brauchen keine Angst vor Versagen haben. Selbst wenn der Selbstversuch ein paar Tage früher abgebrochen wird als geplant, muss man sich deshalb nicht selbst peinigen. Immerhin wurde die Routine des Trinkens durchbrochen. Der Effekt wirkt nachhaltig: Tatsächlich fand eine Studie der University of Sussex 2015 heraus, dass selbst Menschen, die den Dry January nicht bis zum Schluss durchgezogen hatten, immer noch sechs Monate später weniger Getränke zu sich nehmen und seltener betrunken sind. Fürchtet man sich vor lästigen Fragen oder Kommentaren seiner Mitmenschen zu Cola & Co. in Bars, gibt es auch die Möglichkeit, sich zu tarnen: Alkoholfreies Bier in Gläsern oder Soda mit Limone in der Hand ziehen nicht so viele dumme Sprüche an, warum es denn heute ein alkoholfreier Drink ist.