Gesundheit

Umstrittenes Experiment: Menschliches Gen in Affengehirn verpflanzt

Eine Experiment an Rhesusaffen sorgt für Aufsehen/Bild: Fotolia
Umstrittenes Experiment: Menschliches Gen in Affengehirn verpflanzt
Paulin Klärner

Was in der Forschung mittlerweile alles möglich ist und zukünftig noch möglich sein wird, können sich die meisten wohl nicht einmal in ihren wildesten Träumen vorstellen. Ein umstrittenes Experiments von chinesischen WissenschaftlerInnen, das eher nach einer besonders verstörenden „Black Mirror„- Folge klingt, sorgte vor kurzem für Aufruhr in den sozialen Medien. Um weitere Aspekte der menschlichen Intelligenz zu erforschen, wurde ein menschliches Gen in die Gehirne von Rhesusaffen verpflanzt.  Jenes Gen, MCPH1, spiele möglicherweise eine zentrale Rolle bei der Entwicklung unseres Gehirns und ist daher für die Forschung besonders interessant. Durchgeführt wurde die Studie von einem Team des chinesischen Kunming-Instituts für Zoologie und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der University of North Carolina. Den 11 Affen, von denen jedoch nur 5 überlebten, wurden im Rahmen des Experiments, in dem die Gehirne der Tiere mithilfe eines Kernspintomografen (MRT) überwacht wurden, verschiedene Aufgaben gestellt.

Menschliches Gen verbesserte Hirnleistung der Affen

Die Ergebnisse der im Fachblatt „National Science Review veröffentlichten Studie zeigen, dass die Affen, denen das Gen eingepflanzt wurde, bei Kurzzeitgedächtnis- und Reaktionszeit-Tests besser abschnitten als die Vergleichsgruppe ohne Genmanipulation. Laut den StudienautorInnen könnten die Ergebnisse des Experiments „das Potenzial haben, wichtige Einblicke in die Einzigartigkeit des menschlichen Gehirns zu liefern„.

Heftige Kritik an Tierversuchen

Dieses und ähnliche Experimente haben in den vergangenen Jahren weltweit für Aufsehen gesorgt. Besonders in China wird die Forschung an Affen extrem gefördert. Hierfür hagelt es enorme Kritik – so sei es ethnisch nicht vertretbar, Tausende Tiere heranzuzüchten, geradezu zu „produzieren“, um an ihren Gehirnen herumzudoktern und den Großteil der Affen schlussendlich elendiglich zugrunde gehen zu lassen. Befürworter der Tierversuche meinen hingegen, der Nutzen für die menschliche Gesundheit und die mögliche Heilung von Krankheiten stehe über dem Leid der betroffenen Tiere.