Gesundheit

Gefährliche Verbrennungen durch Deo-Challenge

Die Deo-Challenge führt zu Verbrennungen und hinterlässt Narben. /Bild: Fotolia
Gefährliche Verbrennungen durch Deo-Challenge
Catharina Kaiser

Eigentlich sind Deodorants ein ungefährlicher Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens. Viele kennen vielleicht einen kurzen stechenden Schmerz in den Achselhöhlen beim Auftragen des Deos nach einer Rasur, doch das war’s dann auch. Dank einer neuen Challenge mutieren Deodorants allerdings zu einer ziemlich gefährlichen Sache. Für Teenager scheint Schmerz oder Hausverstand kein Grund mehr zu sein, sich vor wahnwitzigen Selbstverletzungen fernzuhalten. Im Gegenteil – Alles für ein Like und eine Minute Fame.

Deodorants vs. Schmerzresistenz

In der neuesten Challenge dreht sich alles um die Kombination aus Deodorants und Schmerzresistenz. Dazu sprühten sich vorwiegend Schüler aus Großbritannien gegenseitig Deos auf die Haut, um zu testen, wer dem Schmerz am längsten standhalten kann. Dass dieser bizarre Gebrauch des Deos zu schrecklich schmerzhaften, nässenden Wunden führt, ist dabei offenbar belanglos. Im Fall einer 15-jährigen Schülerin kam es dadurch zu Verbrennungen zweiten Grades, welche eine Hauttransplantation erforderten. Die Mutter der Schülerin veröffentlichte ein Foto des Armes ihrer Tochter, um andere Eltern vor den Gefahren der Deodorant-Challenge zu warnen. Seit dem 4. Mai wurde das Bild bereits über 4.000 Mal geteilt. „Die Wunde ist unglaublich schmerzhaft und eitert“, erklärt die Schülerin. Das schlimme daran: Viele der Challenge-Teilnehmer haben ähnliche Narben auf ihren Armen. Der „Trend“ ist nämlich keinesfalls neu. Er hat sich inzwischen nur bei einer weit jüngeren Altersgruppe durchgesetzt. Es bleibt also zu hoffen, dass derartige Geschichten als Warnung für andere Eltern dienen, die ihre Kinder vor sinnlosen, gefährlichen Aktionen abhalten können.

Stupidität und ihre Folgen

Deodorants sind zwar für den täglichen Gebrauch gemacht, dochkeinesfalls für einen längeren Kontakt mit der Haut konzipiert. „Bei einer falschen Anwendung können sie die Haut dauerhaft schädigen und extreme Narben hinterlassen“, erklärt Dermatologe Dr. Joshua Zeichner vom Mount Sinai Hospital. Denn Aerosoldosen enthalten ein Gas, welches als Treibmittel bekannt ist und dabei hilft, den Inhalt aus der Dose herauszudrücken. Nachdem dieses Gas kühlend wird, kann die Haut dabei direkt gereizt werden. Was bei dieser Challenge passiert, könnte folglich als eine chemische Hautverbrennung bezeichnet werden. Bleibt also nur zu hoffen, dass die nächsten Challenges wieder ohne selbstverletzende Gedankenlosigkeit auskommen.