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Warum die Suizidrate und Anfälligkeit für Depressionen im Frühling erhöht ist

Depressionen im Frühling? Gerade zu Beginn der warmen Jahreszeit leiden manche Menschen besonders an einer niedergeschlagenen Stimmung. /Bild: Fotolia
Warum die Suizidrate und Anfälligkeit für Depressionen im Frühling erhöht ist

Sonnenschein, munteres Vogelgezwitscher und Aufblühen junger Knospen und Gräser in der Natur: Der Frühling ist nun endlich da und für die meisten eine Zeit der Freude und des neuen Glücks. Nicht umsonst verspüren gerade jetzt viele Menschen „Frühlingsgefühle“ und sind dabei voller Euphorie und Tatendrang. Für manche Menschen bedeutet der Frühling jedoch Gegenteiliges: Wenn die Zeit ab Mitte März von Niedergeschlagenheit und depressiven Verstimmungen erfüllt ist, kommen hierfür vor allem drei bestimmte Ursachen infrage.

1. Entzündungsfördernde Zytokine durch Pollenallergien

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Mit dem Frühling startet auch wieder die alljährliche Pollensaison, unter welcher vor allem Allergiker leiden. Studien konnten bereits eine Relation zwischen Depressionen und Allergien feststellen: Sie kamen zum überraschenden Resultat, dass mit dem Beginn der Pollensaison auch ein Anstieg der Suizidrate einhergehe. Seelische Verstimmungen würden in diesem Kontext aber nicht mit der Schwere von Allergien in Verbindung stehen, die Ursache ist etwas versteckter und wird den Zytokinen zugeschrieben. Zytokine sind bestimmte chemische Botenstoffe unseres Immunsystems, welche Entzündungen fördern und auch bei Allergien ausgeschüttet werden. Zytokine werden überdies mit einem bestimmten Krankheitsverhalten assoziiert. Dieses umfasst ein erhöhtes Ruhe- und Schlafbedürfnis, schlechte Schlafqualität, Rückzug sowie einen verminderten Appetit und Sexualtrieb – Faktoren, die Depressionen fördern können.

2. Druck von außen, nun besonders glücklich sein zu „müssen“

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Gerade wenn die Sonne scheint, die Temperaturen über die 18 Grad-Marke klettern und alle soviel Zeit wie möglich draußen in der Natur verbringen wollen, empfinden vor allem viele bereits depressive Menschen ein gegenteiliges Bedürfnis. Zu groß wird für Depressive der Druck, glücklich sein zu „müssen“, da andere es ja auch sind. Auch durch das Miterleben des Frühlingsglücks anderer kann es bei Menschen mit Depressionen zu einer Verstärkung der seelischen Beschwerden kommen, da diese nicht so empfinden können.

3. Umgekehrte „Saisonal-Affektive-Depression“ (SAD)

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Für gewöhnlich leiden Menschen mit einer saisonalen Depression ab den dunklen, kühlen Herbst- sowie vor allem in den Wintermonaten an Beschwerden wie Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und Antriebslosigkeit. Doch diese kann sich bei etwa einem von zehn SAD-Betroffenen genau umkehren: In diesem Fall kommt es ab den wärmer werdenden Monaten zu depressiven Verstimmungen. Aus wissenschaftlicher Sicht wird angenommen, dass diese mitunter auf eine veränderte Luftfeuchtigkeit sowie Lufttemperatur zurückzuführen ist.

In jedem Fall, egal aufgrund welcher der genannten Ursachen, sollten sich Betroffene, die sich ab dem Frühling seelisch niedergeschlagen oder gar depressiv fühlen, (psychologische) Hilfe von außen suchen – damit der Frühling wieder zu einer Zeit schöner und von Erneuerung und Glück erfüllter Momente wird.

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