Familie

UNO: Täglich werden 137 Frauen ermordet

Laut UNO steigen Morde an Frauen weltweit weiter an/Bild: Fotolia
UNO: Täglich werden 137 Frauen ermordet
Paulin Klärner

Ein am Montag veröffentlichter Bericht des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) sorgt für Entsetzen: Demnach werden im Schnitt täglich 137 Frauen von ihren Partnern oder Familienmitgliedern ermordet. 2017 starben auf diese Weise etwa 87.000 Frauen, 464.000 Menschen wurden 2017 insgesamt durch Menschenhand getötet. Zwar werden laut Statistik weltweit insgesamt mehr Männer getötet (81 Prozent), innerhalb der Familie sind aber 64 Prozent der Opfer weiblich. Das verstärkt die von ExpertInnen immer wieder betonte Annahme, dass Gewaltverbrechen in der Familie die potentiell größte Gefahr für Frauen sind.

„Femizid“: Afrika am gefährlichsten

Laut dem UNO-Bericht ist die Anzahl der ermordeten Frauen mit rund 48.000 im Jahr 2012 auf 50.000 im Jahr 2017 gestiegen. „Die jährliche Anzahl der weiblichen Toten, die durch Mord in Partnerschaft/Familie starben, scheint also zu steigen“, fassen die ForscherInnen zusammen. In 30.000 Fällen war der Ex-Partner des Opfers der Mörder. Nach Asien (mit 20.000) Mordfällen innerhalb der Beziehung folgen Afrika (mit 19.000 Frauenmorden), Amerika (mit 8000) und Europa (mit 3000). Berücksichtigt man die Bevölkerungsdichte, ist Afrika laut Bericht der gefährlichste Ort für Frauen. „Die schockierende Verbreitung von Gewalt in der Partnerschaft bedeutet, dass das Zuhause statistisch gesehen einer der gefährlichsten Orte für eine Frau ist“, meinte Uno-Women-Geschäftsführerin Phumzile Mlambo-Ngcuka bereits in der vergangenen Juni veröffentlichten UN-“Fortschrittsstudie“ „Familien in einer sich ändernden Welt“ . 3 Millionen Frauen leben laut dieser Studie außerdem in Ländern, in denen Vergewaltigung im Rahmen einer ehelichen Gemeinschaft nicht illegal ist.

Täter zeichnen sich laut Bericht häufig durch geringere Bildung, Erfahrungen mit Misshandlung in der eigenen Kindheit und Drogen- (meist Alkohol-)missbrauch aus. Zu den Motiven zählen u.A. Eifersucht und die Angst, von der Frau verlassen zu werden sowie eine veralterte Vorstellung des Mannes als autoritäres Oberhaupt der Familie.

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