Ernährung

US-Restaurants müssen künftig Kalorien angeben

Doch ist diese neue Regelung tatsächlich sinnvoll ? /Bild: Fotolia
US-Restaurants müssen künftig Kalorien angeben
Trixi Kouba

US-amerikanische Restaurants müssen zukünftig den Kaloriengehalt ihrer Mahlzeiten auf den Speisekarten vermerken. Laut der US-Nahrungsmittelbehörde FDA tritt die neue Regelung im Mai 2018 in Kraft. Das Gesetz wurde schon unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama ausgehandelt und soll unter Trumps Präsidentschaft nun gegen das steigende Übergewicht der amerikanischen Einwohner ankämpfen.

Restaurantketten bis Kinos betroffen

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Laut der FDA konsumieren Amerikaner ein Drittel ihrer Kalorien außerhalb ihrer eigenen vier Wände. Informationen über den Kaloriengehalt der Speisen in Restaurants soll ihnen dabei helfen, gesündere Entscheidungen zu treffen. Die Kalorien sollen auf Speisekarten aufgelistet werden. Weitere Informationen über den Nährgehalt von Speisen wie Transfettsäuren, Cholesterin, Kohlenhydrate, Zucker oder Eiweiß soll auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Betroffen sind Restaurants genauso wie Drive-Through-Services, Tankstellen, Lieferservices oder Take-Away-Pizzaläden. Auch Kaffeehäuser, die Mehlspeisen verkaufen, Kinobetreiber oder Vergnügungsparks mit Popcorn-Buffets fallen unter die neue Regelung. Supermärkte sind ausgenommen. Manche Gaststätten wie McDonalds oder Starbucks führten das System bereits vor einiger Zeit ein.

Restaurant-Gerichte ungesünder als Selbstgekochtes

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US-amerikanische Studien zeigten, dass auswärtsessende Menschen rund 200 Kalorien mehr zu sich nehmen, als Personen, die zuhause kochen. In Restaurants wird zudem mehr Salz und Fett konsumiert. Wie Forscher der Tuft Universität herausfanden, beinhalten Gerichte in Restaurants durchschnittlich 1.200 Kalorien. Der empfohlene Richtwert für die tägliche Kalorienaufnahme liegt zwischen 2.000 und 2.500 Kalorien täglich.

Wirkung der Empfehlung fraglich

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Ob die neue Regelung tatsächlich Wirkung zeigen wird, ist fraglich. Forscher der Carnegie Mellon University in Pennsylvania testeten den Einfluss von Kalorienempfehlungen in McDonald’s Restaurants in New York. Hier wurden Kalorienlisten für Restaurantketten schon im Jahr 2008 eingeführt. Zwei Forscher befragten über 1100 Konsumenten vor und nach der Einführung von Kalorienangaben während der Mittagspause in McDonalds zu ihren Speisen. Die Forscher gaben den Kunden vor Betreten des Restaurants Informationen zur empfohlenen täglichen Kalorienaufnahme und befragten sie beim Verlassen des Lokals nach ihren Lebensmitteln. Wie die Wissenschaftler im Fachjournal „American Journal of Public Health“ berichteten, halfen die Kalorienangaben nicht zur besseren Einschätzung ihrer Mittagsmahlzeit. Die Kunden kauften nicht kalorienärmere Gerichte – im Gegenteil. Sie griffen sogar zu tendenziell kalorienreicheren Fast-Food-Snacks.