Gesundheit

Vasalgel: Männliche Verhütung bald möglich ?

Wird die männliche Verhütung abgesehen von der Vasektomie endlich Realität ? /Bild: Fotolia
Vasalgel: Männliche Verhütung bald möglich ?
Catharina Kaiser

Bislang war das Thema Verhütung, mit Ausnahme des Kondoms, ja größtenteils Frauensache. Egal ob Pille, Spirale, Spritze oder andere Methoden, neben der Schwangerschaftsverhütung haben sie allesamt eines gemeinsam: Sie sind ausschließlich für den weiblichen Körper konzipiert. Doch das soll sich nun bald ändern! Denn die Forschungen an der männlichen Verhütungsmethode namens Vasalgel laufen auf Hochtouren. Dabei handelt es sich um eine nicht-hormonelle, lang wirksame Form der männlichen Geburtenkontrolle, die im Vergleich zur Vasektomie auch potenziell reversibel ist. Sprich, es bedeutet nicht gleich das völlige Aus für die fleißigen Schwimmer. Einer kürzlich in Basic and Clinical Andrology veröffentlichten Studie zufolge wurde die Methode bereits über ein Jahr lang erfolgreich an Rhesusaffen getestet. Aufgrund der positiven Ergebnisse sind die Forscher der Meinung, die Verhütungsmethode auch bald für den Endkonsumenten bereit stellen zu können. Fragt sich nur, wie lange das noch dauern wird?

Wie wirkt Vasalgel ?

Ja, auch Männer möchten durchaus einen Part in Sachen Schwangerschaftsverhütung übernehmen. Bis lang ist ihre Auswahlmöglichkeit mit zwei Optionen allerdings ziemlich überschaubar. Neben dem Kondom, dass ohnehin immer verwendet werden sollte bleibt ihnen nur noch das endgültige Durchtrennen der Samenleiter alias Vasektomie. Pille und Co. sind nach wie vor Frauensache – doch das muss nicht mehr lange so sein. Denn die neuen Tests des Forscherteams der Parsemus Foundation waren durchwegs erfolgreich. Zuletzt wurde das Verhütungsgel 16 ausgewachsenen Rhesusaffen in die Samenleiter gespritzt, wo es seine Wirkung entfalten soll. Das Polymer bewirkt, dass zwar weiterhin ein großer Teil der Samenflüssigkeit ausgeschieden wird, es hält allerdings die für die Befruchtung benötigten Samen zurück. Kurz gesagt, eine Ejakulation bleibt auch mit der neuen Verhütungsmethode möglich, allerdings ohne dem „kritischen“ Inhalt.

Geduld, Geduld, Geduld

„Wenn es um die Entwicklung medizinischer Produkte geht, ist Geduld gefragt“, so Elaine Lissner, Gründerin und Treuhänderin der Parsemus-Foudation, die gemeinnützige Organisation hinter Vasalgel. „Die männliche Verhütungsmethode ist revolutionär, weil Männer bislang keine hochwirksame, langanhaltende und dennoch reversible Möglichkeit hatten um ihre eigene Fruchtbarkeit zu kontrollieren“, fügt Lissner hinzu. Laut früheren Berichten sollte Vasalgel zwar bereits 2018 auf den Markt kommen, doch aufgrund einiger Regulierungen wurde der Termin immer wieder hinausgeschoben. Vermutlich haben Lissner und ihre Kollegen deshalb das optimistische Vorhersagen aufgegeben. Bis es soweit ist, müssen sich die Herren der Schöpfung also noch etwas gedulden. Denn realistisch gesehen wird es wohl noch gute 3-5 Jahre dauern, bis das Produkt erhältlich sein wird.

Der nächste Schritt

Sofern alles weiterhin so erfolgreich verläuft, sollten die noch fehlenden klinischen Studien im kommenden Jahr durchgeführt werden. Aktuell werden daher die letzten Vorbereitungen sowie Sicherheits- sowie Stabilitätsstudien abgeschlossen. Im Rahmen der ersten klinischen Untersuchung soll die Effektivität von Vasalgel im menschlichen Organismus überprüft werden. Anschließend folgt eine Studie um festzustellen, ob das Gel auch wieder aus dem Körper entfernt werden kann und die Samenproduktion wieder wie zuvor abläuft. Ziel der Forscher ist es solange an der neuen Verhütungsmethode zu tüfteln, bis es mit einer 100 % Garantie wieder rückgängig gemacht werden kann. Mit der Methode des Vasalgels soll eine Alternative zur gefürchteten Vasektomie geschaffen werden, die natürlich ebenso effektiv aber eben endgültig ist.

Nachdem die ersten Studien die Wirkung der revolutionären Verhütungsmethode belegen konnten sind die Forscher weiterhin guter Dinge, das Produkt bald auf den Markt bringen zu können. Sofern auch die restlichen Studien so erfolgreich verlaufen, soll das Produkt sowohl in Amerika, Kanada und Europa vermarktet werden. Es scheint als würde die männliche Verhütung trotz diverser Verzögerungen und Hürden bald keine Wunschvorstellung mehr sein, sondern tatsächlich Realität werden!