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Verdienen schöne Menschen doch nicht mehr im Job ?

Gibt es die "Schönheitsprämie" im Arbeitsleben wirklich ? /Bild: Fotolia
Verdienen schöne Menschen doch nicht mehr im Job ?
Trixi Kouba

Lange Zeit sprachen Wissenschaftler von einer „Schönheitsprämie“ im Arbeitsleben: Attraktive Menschen würden es leichter im Job haben und mehr Geld verdienen als jene Menschen, die nicht mit allzu großer Schönheit gesegnet wären. Eine aktuelle Studie behauptet nun: Die Schönsten unter uns verdienen doch nicht mehr als andere.

Wer bringt die dicken Schecks nach Hause ?

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Satoshi Kanazawa von der London School of Economics and Political Science in Großbritannien und Mary Still von der University of Massachusetts in Boston stellen sich mit ihrer wissenschaftlichen Auswertung gegen alte Annahmen zum Thema Attraktivität im Job. Gehälter sind von mehr beeinflusst als der körperlichen Attraktivität, meinen die beiden Forscher. Viel eher zählen vor allem Gesundheit, Intelligenz, Kontaktfreude, Gewissenhaftigkeit und das Fehlen von Neurotizismus. Ihre Studienergebnisse stehen älteren gegenüber, die zeigten, dass unattraktivere Mitarbeiter weniger verdienen würden. Das fanden amerikanische und kanadische Umfragen heraus.

Schönheit als Folge von Gesundheit & Intelligenz

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Kanazawa und Still untersuchten Daten der “National Longitudinal Survey of Adolescent Health” (Add Health). Dabei wurde die körperliche Attraktivität der Versuchsteilnehmer mithilfe einer 5-Punkte-Skala in vier verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens über 13 Jahre hinweg gemessen. Das Ergebnis: Es liegt nicht unbedingt eine Diskriminierung aufgrund des Äußeren im Berufsleben vor. Stattdessen bringen vor allem die Menschen mit gesunden, gewissenhaften, extrovertierten und weniger neurotischen Persönlichkeitszügen die dicken Gehaltsschecks nach Hause. Diese Faktoren können aber zusammenhängen: „Körperlich attraktivere Arbeiter können mehr verdienen, nicht unbedingt weil sie schöner sind, sondern weil sie gesünder und intelligenter sind und ihre besseren Charaktereigenschaften höhere Löhne fördern“, so Kanazawa. Während der Untersuchung zeigte sich, dass außerdem die „sehr unattraktiven“ Menschen mehr verdienten als Versuchsteilnehmer der Kategorie „gering unattraktiv“. Teilweise wiesen sie sogar höhere Löhne auf als ihre sehr attraktiven Kollegen.

Unterschied zu alten Studien

Wieso hebt sich die aktuelle Studie nun von ihren Vorgängern ab, die eine „Schönheitsprämie“ predigten? Laut Still könnte das an der großen Bandbreite dieser Untersuchungen liegen, da sie Gesundheit, Intelligenz und Persönlichkeitseigenschaften miteinbezogen hatten.